HOWTO zum MySQL-Einsatz (C) 2006-2010 T.Birnthaler/H.Gottschalk OSTC GmbH, http://www.ostc.de $Id: mysql-HOWTO.txt,v 1.161 2010-08-10 14:54:52 tsbirn Exp $ Dieses Dokument beschreibt den MySQL-Einsatz auf Programmierer/Anwenderseite. HINWEIS: MySQL-Spezialitäten sind durch "MY!" oder "MY!N.M" gekennzeichnet (falls sie erst ab MySQL Version N.M (nicht mehr) verfügbar sind). HINWEIS: Der Begriff "Datenbank" wird häufig "schwammig" verwendet. MySQL ist ein "Datenbank-Managementsystem" (DBMS), das die Verwaltung vieler "Datenbanken" gleichzeitig erlaubt. Jede Datenbank besteht aus Tabellen und weiteren Datenbank-Objekten, die zur Abbildung eines konkreten Sachverhalts verwendet werden. Statt der (langen) Begriffe "Datenbank-Managementsystem" oder (abgekürzt) "Datenbank-System" wird gerne der kurze Begriff "Datenbank" verwendet. Ein besserer Begriff für eine eigentliche "Datenbank" ist daher "Schema", so besteht keine Verwechslungsgefahr, was gemeint ist. Das DBMS Oracle z.B. vermeidet den Begriff "Datenbank" und verwendet "Schema". Für "Datenbank" wird in diesem Skript "DB" oder als Abkürzung verwendet. ________________________________________________________________________________ INHALTSVERZEICHNIS 1) MySQL-Clients 1a) Zusammenspiel der MySQL-Komponenten 1b) MySQL Web-Client "phpMyAdmin" einrichten und aufrufen 1c) Client "mysql" starten (Verbindung/Session) 1d) Client "mysql" effizient bedienen (interaktiv) 1e) Client "mysql" verlassen 1f) Client "mysql" von der Kommandozeile aus nutzen (Batch-Modus) 1g) MySQL-Clients: Allgemeine Optionen 1h) Client "mysql": Spezielle Optionen 1i) Client "mysql": Sonstige Optionen 1j) Client "mysql": Umgebungsvariablen 1k) Client "mysql": Kommandos und Escape-Sequenzen 1l) Client "mysql": Hilfe zu Kommandos anzeigen 1m) Grafische MySQL-Programme (GUI) 1n) MySQL-Kommandozeilen-Programme 2) Syntax 2a) Leerraum und Formatierung 2b) Zeichenketten (Strings) und Quotierung 2c) Escape-Sequenzen 2d) Zahlen 2e) Datenbank-Objekte 2f) Bezeichner (Identifier) 2g) GROSS/kleinschreibung 2h) Kommentare 3) Typische MySQL-Datenbankbefehle (Tutorial) 4) MySQL-Datentypen 4a) Datentyp-Optimierung (Performance/Speicherplatz) 4b) Fixes/Variables Rowformat 4c) AUTO_INCREMENT 5) MySQL-Operatoren 6) Boolesche Logik 7) Der Wert NULL 7a) Vergleiche mit NULL 7b) Boolesche Logik mit NULL (dreiwertig) 8) Reguläre Ausdrücke in MySQL 9) MySQL-Funktionen 9a) Aggregatfunktionen und Gruppierung (Aggregation) 10) Schlüsselfelder (Keys) und Indices 11) Index-Optimierung 12) Fremdschlüssel (Foreign Keys) und Referenzielle Integrität 13) Joins 14) Mengenoperationen 15) Unterabfragen (Subqueries/Subselect) 16) Transaktionen 17) Locking 18) Views (Sichten) 19) Variablen 20) Prepared Statements (Vorbereitete Anweisungen) 21) Routinen (Stored Procedures) 21a) Lokale Variablen 21b) Wertzuweisung an Variablen 21c) Ausgabe von Variablen oder Daten 21d) Kontrollstrukturen (Block/Compound Statement) 21e) Kontrollstrukturen (Verzweigungen) 21f) Kontrollstrukturen (Schleifen) 21g) Prozeduren 21h) Funktionen 22) Trigger 23) Condition Handler (Error/Warning) 24) Cursor (Zeiger) 25) Table Handler 26) Events (Ereignisse) 27) Signale 28) Begrenzungen ________________________________________________________________________________ 1) MySQL-Clients ---------------- 1a) Zusammenspiel der MySQL-Komponenten --------------------------------------- Architektur: * N MySQL-Clients + 1 MySQL-Server (auf anderem oder gleichen Rechner) + MySQL-Client: mysql (Kommandoschnittstelle, einer von vielen) + MySQL-Server: mysqld * MySQL-Server-Schichten + Oben: Benutzerschnittstelle (SQL, DB-Management) + Mitte: Storage Engine + Unten: Dateisystem Clients Netzwerk Server ISAM-Zugriff Dateisystem +---------+ +----------+ | mysql +------+ +---+ Engine +---+ +---------+ | | +----------+ | | +----------+ | | +---------+ ... ------+------+ mysqld +---+--- ... ---+---+ Dateien | | +----------+ | | +---------+ +---------+ | | +----------+ | | mysql +------+ +---+ Engine +---+ +---------+ +----------+ 1b) MySQL Web-Client "phpMyAdmin" einrichten und aufrufen --------------------------------------------------------- A) Einrichtung per Paket "phpmyadmin" (Administrator "phpmyadmin"): sudo apt-get install phpmyadmin # Paket + abhängig. Pakete install. /etc/phpmyadmin/config.inc.php # Konfiguration /usr/share/phpmyadmin/* # PHP-Code /usr/share/doc/phpmyadmin/* # Dokumentation http://localhost/phpmyadmin/index.php # Anmeldung an Web-Oberfläche B) Apache Webserver mit PHP-Unterstützung installieren und phpMyAdmin-Quellcode kopieren nach: /srv/www/htdocs/phpMyAdmin # Variante A /var/www/htdocs/phpMyAdmin # Variante B Dazu vorher in die Konfigurationsdatei (inc=include) /srv/www/htdocs/phpMyAdmin/config.inc.php # Variante A /var/www/htdocs/phpMyAdmin/config.inc.php # Variante B einen gültiger MySQL-Benutzer mit gültigem Passwort eintragen, der Administrationsrechte besitzt: $cfg['Servers'][$i]['auth_type'] = 'config'; # Auth.meth. (config/http/cookie) $cfg['Servers'][$i]['user'] = 'root'; # MySQL Benutzer (Administrator) $cfg['Servers'][$i]['password'] = 'geheim'; # MySQL Passwort (wg. 'config') Den Apache-Webserver starten: /etc/init.d/apache2 start # Temporär rcapache2 start # Temporär (OpenSUSE) chkconfig -a apache2 # Permanent (OpenSUSE) Im Web-Browser dann über folgende URL die Oberfläche "phpMyAdmin" aufrufen und mit den oben eingetragenen Daten anmelden: http://localhost/phpMyAdmin/index.php 1c) Client "mysql" starten (Verbindung/Session) ----------------------------------------------- Der Client "mysql" bietet eine einfache KOMMANDOZEILENBASIERTE Schnittstelle zum Absetzen von SQL-Befehlen an einen MySQL-Server und zur Ausgabe ihrer Ergebnisse (MySQL-"Terminal/Monitor"). Trotzdem ist er sehr leistungsfähig, weil MySQL nahezu vollständig über SQL-Befehle steuerbar ist. Um diese Schnittstelle nutzen zu können, sind allerdings gute Kenntnisse der SQL-Befehle und ihrer Syntax notwendig. Auf der Kommandozeile wird zunächst per Client "mysql" eine VERBINDUNG mit dem MySQL-Server "mysqld" aufgenommen (eine SESSION gestartet), indem eine Anmeldung mit gültigem Benutzernamen + Passwort durchgeführt wird (-u=user, -p=password, -h=host, -D=database, -P=Port, -S=Socket). Anschließend können solange SQL-Befehle abgesetzt werden, bis durch Verlassen des "mysql"-Clients die Verbindung zum MySQL-Server "mysqld" wieder beendet wird: mysql -utom -pgeheim Geht die Verbindung zum MySQL-Server verloren (z.B. durch Timeout), dann öffnet "mysql" beim nächsten Kommando automatisch eine neue Verbindung (reconnect). Da dies fast unmerklich geschieht und beim Verbindungsabbruch Sitzungsdaten wie lokale Variablen und sonstige Einstellungen verloren gehen, ist dies verhinderbar durch: mysql --skip-reconnect ... Typische Aufrufe des "mysql"-Clients: | Kommando | Bedeutung | +-------------------------------+--------------------------------------------+ | mysql | Als angemeldeter Benutzer aufrufen | | mysql -utom | Benutzer "tom" ohne Passwort (unsinnig!) | | mysql -utom -p | Benutzer "tom" (Passwort abfragen) | | mysql -utom -pgeheim | Passwort "geheim" gleich mitgeben (ungut!) | | mysql -utom -pgeheim -htest | Mit Rechner "test" verbinden (host) | | mysql -utom -pgeheim -P1234 | Mit Port "1234" verbinden (Std: 3306) | | mysql -utom -pgeheim -S/tmp/x | Mit Socket verb. (/var/lib/mysql/mysql.sock| | | bzw. /var/run/mysqld/mysqld.sock als Std.) | | mysql -utom -pgeheim -Dprod | Datenbank "prod" auswählen (Variante A) | | mysql -utom -pgeheim prod | Datenbank "prod" auswählen (Variante B) | +-------------------------------+--------------------------------------------+ Nach der Anmeldung erscheint ein PROMPT folgender Form, der die interaktive Eingabe beliebiger SQL-Anweisungen (Statements) und ihre Ausführung durch Abschluss der Eingabe mit erlaubt (alle SQL-Kommandos --- außer "USE " und "QUIT" --- sind mit ";" abzuschließen!) mysql> ... # Wartet auf Kommando-Eingabe + Um z.B. alle Datenbanken anzuzeigen, ist folgender Dialog zu führen (Kommando wird hier GROSS geschrieben, GROSS/kleinschreibung ist aber eigentlich egal): mysql> SHOW DATABASES; # Prompt + Benutzer-EINGABE (";" notwendig) +------------------------------+ # Rahmen (AUSGABE) | Database | # Spaltenüberschriften (AUSGABE) +------------------------------+ # Rahmen (AUSGABE) | information_schema | # 1. Ergebniszeile (AUSGABE) | mysql | # 2. Ergebniszeile (AUSGABE) | phpmyadmin | # 3. Ergebniszeile (AUSGABE) | ... | # ... (AUSGABE) +------------------------------+ # Rahmen (AUSGABE) 15 rows in set (0.01 sec) # Statistik (15 Ergeb.zeilen + Laufzeit) # (Leerzeile) mysql> # Prompt nächste Benutzer-EINGABE oder (leeres Ergebnis): mysql> SHOW DATABASES LIKE "xyz"; # Prompt + Benutzer-EINGABE Empty set (0.00 sec) # Statistik (leeres Ergebnis + Laufzeit) # (Leerzeile) mysql> # Prompt nächste Benutzer-EINGABE oder (Fehler): mysql> SHOW TABLES; # Prompt + Benutzer-EINGABE ERROR 1046 (3D000): No database selected # Fehlermeldung mysql> # Prompt nächste Benutzer-EINGABE Nach dem sendet der Client "mysql" das Kommando an den MySQL- Server "mysqld", mit dem die Verbindung besteht, wartet auf das Ergebnis und gibt es auf dem Bildschirm aus. Die Ausgabe erfolgt in tabellarischer Form (Zeilen + Spalten). Die erste Zeile enthält die Spaltenüberschriften. Am Ende wird die Anzahl der erhaltenen Zeilen und die Dauer der Abfrage ausgegeben. Anschließend wird erneut der Prompt angezeigt und auf die Eingabe des nächsten Kommandos gewartet. Hier noch ein Beispiel: mysql> SELECT SIN(PI()/2), (4+1)*5; # Prompt + Benutzer-Eingabe +-------------+---------+ # Ausgabe | SIN(PI()/2) | (4+1)*5 | +-------------+---------+ | 1 | 25 | +-------------+---------+ 1 row in set (0.00 sec) # Statistik (eine Ergeb.zl. + Laufzeit) Kommandos müssen nicht auf einer Zeile stehen, sondern dürfen über mehrere Zeilen verteilt werden. MySQL erkennt das Kommandoende am abschließenden ";": mysql> SELECT user, -> password, -> host -> FROM mysql.user -> ; Unvollständige SQL-Kommandos (z.B. wird häufig einfach der ";" vergessen) führen zur Anzeige eines der folgenden Fortsetzungs-Prompts (dann einfach die restlichen Kommandoteile oder den fehlenden ";" tippen und drücken): | Prompt | Bedeutung | +-----------+------------------------------------------------------+ | -> | Kommando unvollständig bzw. ";" vergessen | | "> | "..." begonnen aber noch nicht beendet (String) | | '> | '...' begonnen aber noch nicht beendet (String) | | `> | `...` begonnen aber noch nicht beendet (Bezeichner) | | /*> | /*...*/ begonnen aber noch nicht beendet (Kommentar) | +-----------+------------------------------------------------------+ Teilweise eingetipptes Kommando abbrechen (c=cancel, Escape-Sequenz): mysql> CMD...\c Weitere Einstellungen zur Verbindung: --connect_timeout= # Anzahl Sek. bis autom. Verbindungstrennung (Std: 0) --max_allowed_packet= # Max. Länge transf. Befehle/Ergebnisse (Std: 16MB) --net_buffer_length= # Puffergröße der TCP/IP+Socket-Komm. (Std: 16KB) Durch Setzen des Timeout wird der Client bei längerer Nichtbenutzung automatisch verlassen (Std: 0 = kein Timeout): 1d) Client "mysql" effizient bedienen (interaktiv) -------------------------------------------------- Als 1. Kommando immer folgendes verwenden, um eine der vorhandenen Datenbanken als DEFAULT/STANDARD-DATENBANK auszuwählen. Die Objekte darin sind dann leicht über ihre Namen (ohne Qualifizierung) erreichbar. Der ";" am Ende darf hier weggelassen werden (besser erst gar nicht daran gewöhnen!): USE # Variante A USE ; # Variante B (besser) Die alten Befehle können mittels der Cursortasten durchgeblättert, editiert und erneut mit abgeschickt werden. Mehrzeilig eingegebene Befehle werden dabei zu einer (langen) Zeile zusammengezogen, die evtl. schwer zu editieren ist. Sie stehen auch nach dem Verlassen und erneuten Aufrufen des Clients "mysql" zur Verfügung, da sie PRO BENUTZER in einer Datei gespeichert werden (d.h Unterschied root <-> normaler Benutzer): ~/.mysql_history Befehle oder Befehlsteile können auch mit der Maus (linke Taste + mittlere Taste) in die Kommandozeile des MySQL-Clients kopiert werden. Wird bis zum rechten Terminalrand kopiert, ist der Befehlsabschluss gleich mit dabei (unter Linux). Datenbank-, Tabellen- und Spalten-Namen (aber keine anderen SQL-Syntaxelemente) können per -Taste automatisch vervollständig werden (Tab-Completion). Dazu per "-D " oder "use ;" eine Default/Standard-Datenbank auswählen und die Option "--auto-rehash" setzen oder der Befehl "rehash" eingeben (verlangsamt den Start etwas) um den Datenbankinhalt einzulesen. Der Bildschirm wird durch gelöscht (deu: L=Löschen ;-). Hilfe zum Aufruf des Client "mysql" (Optionen, Konfigurationsdateien, Variablen) anzeigen durch: mysql --help mysql -? Hilfe im MySQL-Client durch folgende Befehle anzeigen (die Hilfetexte stehen direkt in der Datenbank in den Tabellen "mysql.help_..."): | Befehl | Bedeutung | +------------------+---------------------------------------------------------+ | HELP | Liste der MySQL-Client-Befehle ausgeben | | HELP help | Hilfe zur Hilfe ausgeben | | HELP ... | Hilfe zu SQL-Befehl ausgeben (eindeutiger Präfix genügt)| | HELP contents | Themenliste ausgeben | | HELP | Hilfe zu einem Thema aus Themenliste ausgeben | +------------------+---------------------------------------------------------+ TIPP: Mit Option --i-am-a-dummy / --safe-updates / -U werden UPDATE- und DELETE-Anweisungen gegen das Weglassen einer WHERE-oder LIMIT-Klausel geschützt (d.h. das versehentliche Ändern/Löschen ALLER Datensätze verhindert). TIPP: Ebenso werden max. 1.000 Ergebniszeilen pro SELECT ausgegeben und ein SELECT auf mehreren Tabellen abgebrochen, das mehr als 1.000.000 Zeilenkombinationen zur Auswertung erfordert. Die beiden letzten Beschränkungen beim Aufruf von "mysql" ändern per: --select_limit= # Std: 1.000 --max_join_size= # Std: 1.000.000 TIPP: Externe Datei mit SQL-Befehlen im "mysql"-Client einlesen per (Include): SOURCE ; # kein "..." um ! TIPP: Externe Datei mit SQL-Befehlen per "mysql"-Client einlesen: mysql OPTIONEN < # USE ; nicht vergessen mysql OPTIONEN -D < # USE nicht notwendig 1e) Client "mysql" verlassen ---------------------------- | Befehl | Bedeutung | +--------+---------------------------------------------+ | quit | | | exit | | | \q | Quit (Escape-Sequenz) | | Strg-C | Cancel (deaktivieren mit "--sigint-ignore") | | Strg-D | D=Dateiende (nur Linux) | | Strg-Z | Z=Dateiende (nur Windows) | +--------+---------------------------------------------+ TIPP: Das Drücken von Strg-C zum Abbrechen des aktuellen SQL-Befehls sollte man sich abgewöhnen. In der Shell-Kommandozeile ist man daran gewöhnt, dass die Shell dabei nicht abgebrochen und man nicht abgemeldet wird. Aus dem Client "mysql" fliegt man hingegen sofort raus und muss sich mühsam wieder anmelden. TIPP: Ruft man den "mysql"-Client mit der Option "--sigint-ignore" auf, dann beendet Strg-C nur noch den aktuellen Befehl, bricht aber "mysql" nicht mehr ab: mysql -utom -pgeheim --sigint-ignore -Dtest TIPP: Aliase für MySQL-Anmeldung + Umschalten auf aktuell relevante Datenbank definieren und in "~/.alias" oder "~/.bash_aliases" ablegen (-D=Standard-DB, -t=Linien zeichnen, -e=Befehl ausführen): alias my="mysql -utom -pgeheim -Dtest -t" # Interaktiv/Batch per Umlenk. alias mye="mysql -utom -pgeheim -Dtest -t -e" # SQL direkt auf Kommandozeile Aufruf durch: my # Interaktiv-Modus starten my < # Batch-Datei mit SQL-Befehlen einlesen mye 'SELECT * FROM pers' # SQL-Befehl direkt ausführen 1f) Client "mysql" von der Kommandozeile aus nutzen (Batch-Modus) ----------------------------------------------------------------- Neben der interaktiven Nutzung kann der Client "mysql" auch im Batch-Modus benutzt werden. Dazu ist der SQL-Befehl direkt auf der Kommandozeile in "..." oder '...' gesetzt anzugeben. Mehrere SQL-Befehle sind durch ";" trennen, beim letzten SQL-Befehl darf der ";" weggelassen werden. Alternativ können die SQL-Befehle per Eingabe-Umleitung aus einer Datei eingelesen werden (analog SQL-Befehl "SOURCE"). Ebenso können die Ergebnisse der SQL-Kommandos statt auf dem Bildschirm durch Ausgabe-Umleitung auch in eine Datei ausgegeben werden. | Kommando | Bedeutung | +------------------------------------------+-----------------------------+ | mysql -u -p -e "" | execute | | ... -e "USE first; SELECT * FROM pers" | execute | | ... -e "USE first; | execute (mehrere Kommandos | | INSERT INTO pers VALUES | durch ";" trennen!) | | (100, 'Norbert', 'Böhm'); | (Statement in "..." setzen, | | INSERT INTO pers VALUES | Strings darin in '...') | | (101, 'Hänschen', 'Klein')" | | +------------------------------------------+-----------------------------+ | mysql -u -p < | Eingabe von Datei | | ... -u -p -D < | USE nicht vergessen! | | ... > | Ausgabe in Datei | +------------------------------------------+-----------------------------+ Die Eingabedatei wird meist per Hand erstellt und kann neben der Definition von Tabellen auch Daten zum Füllen der Tabellen enthalten. Häufig ist die Eingabedatei auch ein vollständiger Dump einer MySQL-Datenbank per "mysqldump". mysqldump -utom -pgeheim test > test-dump.sql # Dump von DB "test" erzeugen mysql -utom -pgeheim -e "DROP DATABASE test" # DB "test" löschen (Inhalt!) mysql -utom -pgeheim -e "CREATE DATABASE test" # DB "test" anlegen (leer) mysql -utom -pgeheim -Dtest < test-dump.sql # DB-Dump "test" einspielen Alternativ (Dump-Datei editieren): mysqldump -utom -pgeheim test > test-dump.sql # Dump von DB "test" erzeugen edit test-dump.sql # SQL-Dumpdatei editieren: DROP DATABASE test; # - DB "test" löschen (Inhalt! CREATE DATABASE IF NOT EXISTS test; # - DB "test" anlegen (leer) USE test; # - Auf DB "test" umschalten mysql -utom -pgeheim -Dtest < test-dump.sql # DB-Dump "test" einspielen Alternativ folgende zwei Anweisungen am Anfang der Dumpdatei "test-dump.sql" hinzufügen (notwendig): CREATE DATABASE test; # Datenbank "test" anlegen (leer) USE test; # Als Default-Datenbank auswählen Und dann die Sicherung der Datenbank einspielen: mysql -utom -pgeheim < test-dump.sql 1g) MySQL-Clients: Allgemeine Optionen -------------------------------------- Optionen sind in Kurzform "-X" sowie in Langform "--XXX" angebbar. Bei ALLEN MySQL-Kommandozeilen-Clients sind folgende Optionen angebbar (legen die Art und Weise der Verbindung fest): | Kurzform | Langform | Bedeutung | +-------------+---------------------+----------------------------------------+ | -u | --user= | Benutzer festlegen | | -p[] | --password[=] | Passwort angeben/abfragen (besser!) | | -h | --host= | Ziel-Host (Std: localhost) | | -D | --database= | Datenbank auswählen | +-------------+---------------------+----------------------------------------+ | -P | --port= | Ziel-Port (Std: 3306) | | | --protocol= | Verb.protokoll (TCP/SOCKET/PIPE/MEMORY)| | -S | --socket= | Socket (Std: /var/lib/mysql/mysql.sock | | | | bzw. /var/run/mysqld/mysqld.sock) | | -V | --version | Versioninformation ausgeben | +-------------+---------------------+----------------------------------------+ 1h) Client "mysql": Spezielle Optionen -------------------------------------- Optionen sind in Kurzform "-X" sowie in Langform "--XXX" angebbar. Beim Client "mysql" sind folgende weiteren Optionen angebbar (legen das Verhalten bei fehlerhaften SQL-Anweisungen und das Ausgabeformat fest): | Kurzform | Langform | Bedeutung | +------------+-------------------+--------------------------------------+ | -e "" | --execute="" | SQL-Kommandos ausführen | | -f | --force | Bei SQL-Fehler nicht abbrechen | | | --show-warnings | Warnungen nach jeder Anw. anzeigen | +------------+-------------------+--------------------------------------+ | -t | --table | ASCII-Rahmen (Std bei interaktiv) | | -H | --html | HTML-Format (1 Zeile ohne NL!) | | -X | --xml | XML-Format (mehrzeilig + eingerückt) | | -E | --vertical | vErtikale-Ausgabe (nützlich!) | | -B | --batch | Spalten TAB-getrennt (Std bei batch) | +------------+-------------------+--------------------------------------+ | -r | --raw | Ohne Escape-Umwandlung ausgeben (*) | +------------+-------------------+--------------------------------------+ | -s | --silent | Weniger Info ausgeben | | -v | --verbose | Mehr Info ausgeben (mehrfach) | | -V | --version | Versioninfo ausgeben | +------------+-------------------+--------------------------------------+ HINWEIS (*): Der Client "mysql" wandelt beim Einlesen Escape-Sequenzen wie \n \r \t \b \a \0 \\ \" \' in echte (Steuer-)Zeichen um. Bei der Ausgabe erfolgt die umgekehrte Umwandlung Steuerzeichen -> Escape-Sequenzen NICHT bei Angabe der Optionen -t, -X, -E, -r, ansonsten schon. Im interaktiven Betrieb (Eingabe-Gerät ist EIN Terminal) ist automatisch die Option -t (ASCII-Rahmen) gesetzt, d.h. die Ausgabedaten werden auf einheitliche Breite formatiert und mit "Rahmen" versehen. Im Batch-Betrieb (Eingabe-Gerät ist KEIN Terminal) ist automatisch die Option -B (batch) gesetzt und die Ausgabedaten werden nicht auf einheitliche Breite formatiert, sondern durch je einen TABULATOR getrennt. Für das menschliche Auge ist die erste Form angenehmer zu lesen, für den Computer ist die zweite Form besser zu verarbeiten. Bei besonders breiten Tabellen ist das per Option "-E" aktivierte vErtikale Format sinnvoll. Die Spalten eines Datensatzes werden dann zeilenweise ausgegeben und jeder Datensatz durch eine Zeile "*** N. row ***" eingeleitet. Alternativ im MySQL-Client statt ";" als Anw.-Abschluss ein "\G" angeben. *************************** 1. row *************************** nr: 77 vorname: heinz name: bayer *************************** 2. row *************************** nr: 88 vorname: Andrea name: Bayer *************************** 3. row *************************** nr: 99 vorname: Richard name: Seiler 3 rows in set (0.00 sec) 1i) Client "mysql": Sonstige Optionen ------------------------------------- | | Langform | Bedeutung | +----+------------------------------+----------------------------------------+ | -? | --help | Hilfe anzeigen (Usage-Meldung) | | | --auto-rehash | Tab.+Spaltennamen vervollst.(nach USE) | | -A | --no-auto-rehash | Tab.+Spaltennamen NICHT vervollst.(alt)| | -A | --skip-auto-rehash | Tab.+Spaltennamen NICHT vervollst.(alt)| | -A | --disable-auto-rehash | Tab.+Spaltennamen NICHT vervollst.(neu)| | | --sigint-ignore | Signal INT (Strg-C) ignorieren | | | --column-names | Spaltennamen-Überschrift anzeig. (Std) | | -N | --skip-column-names | Spaltennamen-Überschrift weglassen | | -m | --column-type-info | Spaltentyp anzeigen (Metadaten) | | -C | --compress | Datenübertr. zw. Cl. + Server komprim. | | -# | --debug=OPTIONS | Debugoptionen angeben | | -T | --debug-info | | | | --debug-check | Einige Debuginfo am Programmende ausg. | | | --default-character-set=NAME | Standard-Zeichensatz | | | --character-sets-dir=PATH | Verz. der Zeichensätze | | | --delimiter=STRING | SQL-Kmdo.begrenzer def. (Std: ";") | | -L | --line-numbers | Zeilennummer bei Fehler ausgeben (Std) | | -L | --skip-line-numbers | Zeilennummer bei Fehler NICHT ausgeb. | | | --ssl* | Client + Server per SSL verbinden | | | --tee=FILE | Ausgabe auf Datei FILE zusätzlich | | | --no-tee | Ausgabe auf Datei wieder abschalten | | -n | --unbuffered | Puffer nach jeder Abfrage leeren | | | --buffered | ?? | | -w | --wait | Warten+neu versuch. Verb. aufzubauen | | | --reconnect | Bei Verb.verlust Verb. wieder aufbau. | | | --skip-reconnect | Bei Verb.verlust Client verlassen | | -c | --comments | Kommentare zum Server senden | | | --skip-comments | Kommentare NICHT zum Server senden | | -t | --tmpdir | Temporäres Verzeichnis | | | --defaults-group-suffix | ?? | | | --named-commands | ?? | | -g | --no-named-commands | ?? (alt) | | -g | --disable-named-commands | ?? (neu) | | | --skip-named-commands | ?? | | -i | --ignore-spaces | Leerzeichen nach Fkt.name ignorieren | | | --pager=PATH | Seitenweises blättern | | | --no-pager | Kein seitenweises blättern | | -o | --one-database | Nur -D zählt, USE ignoriert | | -q | --quick | Abfrageergebnisse nicht Cachen | +----+------------------------------+----------------------------------------+ 1j) Client "mysql": Umgebungsvariablen -------------------------------------- Folgende Umgebungsvariablen werden vom Client "mysql" ausgewertet: +--------------------+------------------------------------------------------+ | MYSQL_DEBUG | Debug-Trace-Optionen | | MYSQL_GROUP_SUFFIX | Analog --defaults-group-suffix | | MYSQL_HISTFILE | MySQL-History-Dateipfad (Std: "$HOME/.mysql_history")| | MYSQL_HOME | Pfad zu Server-spezifischer "my.cnf"-Datei | | MYSQL_HOST | Standard-Hostname | | MYSQL_PS1 | Client-Prompt-String (Std: "mysql>") | | MYSQL_PWD | Standard-Passwort (unsicher!) | | MYSQL_TCP_PORT | Standard-TCP/IP-Port (Std: 3306) | | MYSQL_UNIX_PORT | Standard-Socket (bei "localhost" benutzt) | +--------------------+------------------------------------------------------+ | PAGER | Programm zum seitenweisen blättern (--prompt) | | EDITOR | Editor für interaktives Bearbeiten (1.Wahl) | | VISUAL | Editor für interaktives Bearbeiten (2.Wahl) | +--------------------+------------------------------------------------------+ | USER | Standard-Benutzer | | HOME | Heimatverzeichnis des Benutzers | | PATH | Shell-Suchpfad für MySQL-Programme | | LD_RUN_PATH | Suchpfad für Bibliothek "libmysqlclient.so" | | TMPDIR | Pfad wo Temporäre Tab./Dateien erzeugt (--tmpdir/-t) | +--------------------+------------------------------------------------------+ | UMASK | Maske für Dateien (and UMASK!) | | UMASK_DIR | Maske für Verzeichnisse (and UMASK_DIR!) | | TZ | Lokale Zeitzone | +--------------------+------------------------------------------------------+ | DBI_USER | Benutzername für Perl DBI-Modul | | DBI_TRACE | Trace-Optionen für Perl DBI-Modul | +--------------------+------------------------------------------------------+ | CC | Name des C-Compilers (für "configure") | | CXX | Name des C++-Compilers (für "configure") | | CFLAGS | Flags für C-Compiler (für "configure") | | CXXFLAGS | Flags für C++Compiler (für "configure") | +--------------------+------------------------------------------------------+ 1k) Client "mysql": Kommandos und Escape-Sequenzen -------------------------------------------------- Neben den SQL-Kommandos versteht der Client "mysql" noch folgende internen Kommandos bzw. ihre Abkürzung in Form eines zweibuchstabigen ESC-Befehls: | Kommando | ESC| Bedeutung | +---------------+----+-------------------------------------------------------+ | ? [] | \? | Synonym für "help" (Argument ) | | charset | \C | Zeichensatz einschalten (für binlog-Verarbeitung) | | clear | \c | SQL-Kommando abbrechen | | connect[] \r | Serverbindung neu aufbauen (Opt: und ) | | delimiter | \d | SQL-Kmdobegrenzer def. (Zeilenrest, Std: ";") | | edit | \e | Letztes SQL-Kommando mit $EDITOR bearbeiten | | ego | \G | SQL-Kommando ausführen (vErtikale Anzeige) | | exit | \q | Client "mysql" verlassen (auch Strg-C, Strg-D) | | go | \g | SQL-Kommando ausführen (Std: ASCII-Tabellen Anz.) | | help | \h | Diese Hilfe anzeigen | | nopager | \n | Seitenweise Anzeige aus (stdout) | | notee | \t | Nicht mehr in Ausgabedatei schreiben | | nowarning | \w | Keine Warnungen nach jeder Anweisung anzeigen (Std) | | pager [] | \P | Seitenweise Anzeige ein (Std: $PAGER, z.B. "less") | | print | \p | Aktuelles SQL-Kommando ausgeben | | prompt []| \R | "mysql"-Client-Prompt auf ändern (Std: "mysql>")| | quit | \q | Client "mysql" verlassen (auch Strg-C, Strg-D) | | rehash | \# | TAB-Vervollständigungs-Hash aufbauen (TAB-Completion) | | source | \. | SQL-Datei einlesen und ausführen (Include) | | status | \s | Server-Status anzeigen | | system | \! | System-Kommando ausführen (Shell-Escape) | | tee | \T | Ausgabedatei setzen (alles zusätzlich dorthin) | | use | \u | Auf Default/Standard-Datenbank umschalten | | warnings | \W | Warnungen nach jeder Anweisung anzeigen | +---------------+----+-------------------------------------------------------+ 1l) Client "mysql": Hilfe zu Kommandos anzeigen ----------------------------------------------- Im Client "mysql" ist zu den MySQL-Befehlen jederzeit Hilfe anzeigbar (die Hilfetexte werden der internen Verwaltungs-Datenbank "mysql" aus den Tabellen "mysql.help_*" entnommen). | Hilfe-Kommando | Bedeutung | +----------------------------+------------------------------------+ | ? | Obige Befehlsliste | | \? | Obige Befehlsliste | | \h | Obige Befehlsliste | | help | Obige Befehlsliste | +----------------------------+------------------------------------+ | help help | Hilfe zur Hilfe | | help | Hilfe zu SQL-Kommando (z.B. JOIN) | +----------------------------+------------------------------------+ | help contents | Hilfethemenliste | | help | Hilfe zu Thema aus Themenliste | | ... Account Management | Hilfethema (Kommandos) | | ... Administration | " | | ... Compound Statements | " | | ... Data Definition | " | | ... Data Manipulation | " | | ... Data Types | " | | ... Functions | " | | ... Functions and Modifiers for Use with GROUP BY " | | ... Geographic Features | " | | ... Language Structure | " | | ... Storage Engines | " | | ... Stored Routines | " | | ... Table Maintenance | " | | ... Transactions | " | | ... Triggers | " | | ... User-Defined Functions | " | | ... Utility | " | +----------------------------+------------------------------------+ 1m) Grafische MySQL-Programme (GUI) ----------------------------------- Neben dem bedienungstechnisch relativ einfachen aber trotzdem leistungsfähigen allgemeinen Client "mysql" sind noch eine Reihe anderer spezieller MySQL- Clients verfügbar, die alle eine GUI anbieten und mit der Maus bedienbar sind. | GUI-Programm | Beschreibung | +---------------------------+------------------------------------------------+ | MySQL GUI Tools | Zusammenfassung von: | | MySQL Administrator | Server-Konfiguration, -Verwaltung, -Wartung | | MySQL Query Browser | Grafischer SQL-Client | | MySQL Migration Toolkit | Schemata + Daten aus anderen DB importieren | +---------------------------+------------------------------------------------+ | MySQL Workbench | Datenbank-Designer (Windows, kommerziell) | +---------------------------+------------------------------------------------+ | phpMyAdmin | Webbasiertes DB-Management (Webserver nötig) | | mysql-admin | Webbasiertes DB-Management (Webserver nötig) | +---------------------------+------------------------------------------------+ | winMySQLadmin | GUI-Client (Windows, Std., MUSS lokal laufen!) | | SQL-Front | GUI-Client (Windows, kommerziell) | | SQLyog | GUI-Client (Windows, kommerziell) | | MySQLManager | GUI-Client (Windows, kommerziell) | | Navicat for MySQL | GUI-Client (Windows, kommerziell) | | EMS MySQL Manager | GUI-Client (Windows, kommerziell) | | MyAdmin | GUI-Client (Windows, kommerziell) | | HeidiSQL (MySQL-Front) | GUI-Client (Windows, kommerziell) | +---------------------------+------------------------------------------------+ | Knoda | GUI-Client analog Access (Linux) | | Rekall | GUI-Client (Linux) | | Ksql | GUI-Client (Linux) | | KMySQLadmin | GUI-Client (Linux) | | Emma | GUI-Client (Linux) | +---------------------------+------------------------------------------------+ | MySQL Control Center | Weiterentw. von MySQLGUI (mysqlcc, veraltet) | | MySQLGUI | Grafischer SQL-Client (veraltet) | | mysql-navigator | Grafischer SQL-Client (veraltet) | +---------------------------+------------------------------------------------+ 1n) MySQL-Kommandozeilen-Programme ---------------------------------- Es gibt eine Reihe von mitgelieferten Verwaltungs- und Dienstprogrammen: * Zur Datenbank-Erstellung und -Bearbeitung * Zur Datenbank- bzw. Tabellen-Reparatur * Zur Administration + Überwachung Damit ist der Fernzugriff auf MySQL betriebssystem-unabhängig möglich: * Netzwerk funktionsfähig * Dienstprogramm auf lokalem Rechner * Anmeldung -h -u -p -> @ Dienstprogramme (meist MySQL-Clients, manche arbeiten auch direkt auf den Datenbankdateien): S = Serverprogramm CS = Clientprogramm, das auf Server zugreift C = Clientprogramm unabhängig vom Server (Dateizugriff) I = Installationsprogramm H = Hilfsprogramm T = Testprogramm P = Programmierung | Dienstprogramm | Zweck | +----------------+-----------------------------------------------------------+ CS| mysql | Interaktiver Befehlszeilen-Client (auch Batch, alle Kmdos)| | mysqlaccess | Zugriffsrechte für USER+HOST+DB-Kombinationen überprüfen | CS| mysqladmin | Datenbank-Administration (nur Admin-Befehle) | +----------------+-----------------------------------------------------------+ C | mysqldumpslow | Logdatei mit "Langsamen SQL-Anweisungen" anzeigen+zusfass.| | mysqlreport | Bericht über MySQL Status erstellen (SHOW STATUS) | CS| mysqlshow | Struktur von DB-Objekten ansehen (DB, Tabelle, Spalte) | +----------------+-----------------------------------------------------------+ CS| mysqlcheck | Tabellen analysieren/prüfen/optimieren/reparieren (online)| CS| mysqlanalyze | Symb. Link auf "mysqlcheck" (-a = analysieren) | CS| mysqloptimize | Symb. Link auf "mysqlcheck" (-r = optimieren) | CS| mysqlrepair | Symb. Link auf "mysqlcheck" (-o = reparieren) | +----------------+-----------------------------------------------------------+ C | innochecksum | InnoDB-Tabellen prüfen (offline) | C | myisamchk | MyISAM-Tabellen prüfen/optimieren/reparieren (offline) | +----------------+--+--------------------------------------------------------+ C | myisampack | MyISAM-Tabellen komprimieren für ReadOnly-Zugr. (offline) | | myisam_ftdump | Info über MyISAM Fulltext-Indices ausgeben | C | myisamlog | MyISAM-Logdateien verarbeiten | +----------------+--+--------------------------------------------------------+ C | isamlog | MyISAM-Logdateien verarbeiten | C | mysqlbinlog | Anweisungen aus Binärlog lesen (Rebuild nach Absturz) | C | mysql_explain_log | SQL-Querylog analysieren (per EXPLAIN) | C | mysql_find_rows | SQL-Anw. aus Dateien extrahieren (Updatelog, Regex) | +----------------+--+--------------------------------------------------------+ CS| mysqldump | Backup von Datenbanken/Tabellen in SQL-Befehlsform | CS| mysqlimport | Textdatei in div. Formaten importieren (Name = name) | CS| mysqlhotcopy | Backup MyISAM/ARCHIVE-Tab. binär (online, Filezugriff = nur Serverlokal)| +----------------+-+---------------------------------------------------------+ IS| mysql_install_db | Datenverz. + System-Tab. (GRANT) des Servers erstellen | S| mysqlmanager | MySQL Instance Manager ("mysqld_multi"-Ersatz, -MY!5.5) | S| mysqld | Server (zum Start "mysqld_safe" verwenden) | S| mysqld_safe | Server-Startskript (früher "safe_mysqld") | S| mysqld.server | Server-Startskript (SysV-Systeme) | S| mysqld_multi | Server-Startskript (Manager für mehrere Server) | I | comp_err | MySQL Fehlernachrichten-Datei übersetzen (Installation) | +------------------++--------------------------------------------------------+ C | perror | Bedeutung der Fehlercodes erklären | H | replace | Textersetzung in Dateien durchführen | H | resolveip | Abbildung Hostname <-> IP-Adresse auflösen | I | mysqlbug | Interaktiv Fehlerbeschreib. erstellen + an MySQL mailen| I | msql2mysql | mSQL-C-Funktionsaufrufe -> mySQL-C-Funkt. konvertieren | | my_print_defaults | Konfig.opt. einer Konf.Gruppe ([client], ...) ausgeben | +-------------------+--------+-----------------------------------------------+ S | mysql_waitpid | Server-Prozess beenden (und darauf warten) | S | mysql_zap | Server-Prozesse beenden (per Regex-Muster) | +----------------------------+-----------------------------------------------+ | mysql_convert_table_format | Tabellen in andere Storage Engine konvertieren| | mysql_fix_extensions | MyISAM-Dateiext. konvert. frm/MYI/MYD/ISD/ISM | | mysql_secure_installation | Sicherheit einer Installation verbessern | | mysql_setpermission | Zugriffsrechte in GRANT-Tab. interaktiv setzen| | mysql_tableinfo | Tab. aus Medadaten erz. (ab MY!5.0 INFORMATION_SCHEMA)| | mysql_tzinfo_to_sql | Zeitzonen-Tabelle in Server laden | | mysql_fix_privilege_tables | Rechte-Systemtab. upgraden (veraltet) | | mysql_upgrade | (Rechte-)Systemtab. upgraden (neue Version) | | mysql_upgrade_shell | " " " " " " | +----------------------------+-----------------------------------------------+ T | mysqlslap | Simulation mehrerer Clients für Lasttests | T | mysql-test-run.pl | Test des Servers steuern | T | mysqltest | Test des Servers und Vergleich mit and. Erg. | T | mysqltest_embedded | Test des Servers und Vergleich mit and. Erg. | T | mysql_client_test | Test der MySQL-Client-API durchf. (Skript) | T | mysql_client_test_embedded | Test der MySQL-Client-API durchf. (Skript) | +--------------------------+-+-----------------------------------------------+ P | mysql_config | Compiler-Optionen zum Übersetzen extrahieren | P | make_binary_distribution | Binärpaket aus MySQL-Install. erzeugen (Unix) | P | make_win_bin_dist | Binärpaket aus MySQL-Install. erzeugen (Windows)| P | resolve_stack_dump | Numerischen Stack Trace Dump in Symbole auflösen| +--------------------+-----+-------------------------------------------------+ | mysql-binlog-dump | ? | | mysql-myisam-dump | ? | +--------------------+-------------------------------------------------------+ Zur Überwachung der MySQL-Prozesse und -Engines sind folgende Kommandozeilentools verfügbar: | Tool | Bedeutung | +---------+-----------------------------------------------------------+ | innotop | MySQL- und InnoDB Transaktions/Threadliste (analog "top") | | mtop | MySQL-Threadliste (analog "top") | | mytop | MySQL-Threadliste (analog "top") | +---------+-----------------------------------------------------------+ 2) Syntax --------- 2a) Leerraum und Formatierung ----------------------------- Leerraum + Zeilenvorschübe + GROSS/kleinschreibung der SQL-Schlüsselworte ist in SQL-Anweisungen (SQL-Statements) irrelevant. Allerdings empfiehlt sich die übliche Konvention: SQL-Schlüsselworte GROSS schreiben. Erst ";" oder "\g" (go) bzw. "\G" (ego = Option -E = vErtikale Ausgabe) schließen eine SQL-Anweisung ab (einzige Ausnahme: USE ; besser nicht daran gewöhnen ;-). Es ist sinnvoll, SQL-Anweisungen per Einrückung und Zeilenvorschübe übersichtlich zu formatieren, um eine optimale Lesbarkeit zu erreichen. Die Übersetzungs- und Ausführungsgeschwindigkeit der Anweisung verringert sich dadurch nicht. Insbesondere lange SQL-Anweisungen der Übersicht halber sinnvoll auf mehrere Zeilen umbrechen und einrücken, z.B.: UPDATE TABLE pers SET nr = 7, vorname = "Heinz", name = "Bayer"; besser so formatieren: UPDATE TABLE pers SET nr = 7, vorname = "Heinz", name = "Bayer"; 2b) Zeichenketten (Strings) und Quotierung ------------------------------------------ Alle konstanten Werte außer Zahlen, d.h. Text-, Blob-, Bit-, Set-, Enum-, Datum- und Zeitwerte sind in "..." oder '...' einzuschließen (zu QUOTIEREN). Prinzipiell sind aber auch Zahlen so darstellbar, d.h. ALLE Werte dürfen quotiert werden (einheitliches Prinzip). Um in "..." das Zeichen " und in '...' das Zeichen ' einzutragen, dieses einfach verdoppeln oder mit "\" quotieren: SELECT 'don''t'; # -> don't SELECT 'don\'t'; # -> don't SELECT "don't"; # -> don't SELECT "er sagte: ""..."""; # -> er sagte: "..." SELECT "er sagte: \"...\""; # -> er sagte: "..." SELECT 'er sagte: "..."'; # -> er sagte: "..." Zwischen Zeichenketten in "..." und '...' gibt es KEINEN Unterschied (wie in anderen Programmiersprachen bei den Escape-Sequenzen \C), allerdings ist nur die Form '...' ANSI-SQL-kompatibel ("..." wird dort verwendet, um Bezeichner mit Sonderzeichen zu quotieren). 2c) Escape-Sequenzen -------------------- Escape-Sequenzen \C zur Darstellung von Sonderzeichen in Zeichenketten der Form "..." und '...': | ESC | Bedeutung | +-----+-----------------------------------------------------+ | \0 | ASCII 0-Zeichen (NUL) | | \' | Einfaches Hochkomma in '...' (auch '' in '...') | | \" | Doppeltes Hochkomma in "..." (auch "" in "...") | | \b | Backspace | | \n | Newline (Linefeed) | | \r | Carriage Return | | \t | Tabulator | | \Z | ASCII 26 (Control-Z, unter Windows evtl. notwendig) | | \\ | Backslash (\) | +-----+-----------------------------------------------------+ | \% | %-Zeichen (Zeichen "%" selbst in LIKE) | | \_ | _-Zeichen (Zeichen "_" selbst in LIKE) | +-----+-----------------------------------------------------+ 2d) Zahlen ---------- Wird eine Zeichenkette in einem Zahlenzusammenhang verwendet, dann wird das max. Anfangsstück (PRÄFIX), das noch wie eine Zahl aussieht, AUTOMATISCH in diese Zahl KONVERTIERT (und eine Warnung ausgegeben). Sieht eine Zeichenkette überhaupt nicht wie eine Zahl aus, dann entspricht sie der Zahl 0 (Null). SELECT 123 + 0, -5 + 0, 1e+5 + 0; # -> 123, -5, 100000 SELECT "123" + 0, "-5" + 0, "1e+5" + 0; # -> 123, -5, 100000 SELECT "123def" + 0, "-5ghi" + 0, "1e+5kjl" + 0; # -> 123, -5, 100000 SELECT "def" + 0, "ghi" + 100; # -> 0, 100 Kommazahlen sind (unabhängig von Sprach- und Collation-Einstellungen) immer mit DEZIMALPUNKT zu schreiben (Dezimalkomma und Tausendertrennzeichen sind nicht erlaubt). Die Ausgabe von Dezimalkommas ist per FORMAT(, ) erreichbar. Rundung auf feste Anzahl Nachkommastellen oder ganze Zahlen ist mit ROUND(, ) erreichbar. SELECT 123.456 + 0, 123,456 + 0; # -> 123.456, 123, 456 SELECT FORMAT(123.456, 2), FORMAT(123.456, 0); # -> 123.46, 123 SELECT ROUND(123.456, 2), ROUND(123.456, 0); # -> 123.46, 123 Hexadezimalzahlen bzw. -bytes folgendermaßen schreiben: 0xaffe... # Variante A (0X1010 nicht erlaubt!) X'affe...' # Variante B (x"1010" nicht erlaubt!) x'affe...' # Variante C (X"1010" nicht erlaubt!) Binärzahlen und Bitfelder folgendermaßen schreiben: 0b1010... # Variante A (0B1010 nicht erlaubt!) b'1010...' # Variante B (b"1010" nicht erlaubt!) B'1010...' # Variante C (B"1010" nicht erlaubt!) Zahlen mit führender 0 sind Dezimalzahlen (keine Oktaldarstellung): SELECT 0123 + 0, 0815 + 0; # -> 123, 815 2e) Datenbank-Objekte ---------------------- MySQL kennt folgende "Datenbank-Objekte" (oder kurz "Objekte"), die Platzhalter für BEZEICHNER dieser Objekte stehen in diesem Skript in SQL-Anweisungen immer in spitzen Klammern <...> und müssen durch einen konkreten Bezeichner ersetzt werden: | Objekt | Platzhalter | Bedeutung | +--------------------+-------------+----------------------------------------+ | Alias | | Weiterer Name für ein Datenbank-Objekt | | Column | | Tabellenspalte | | Database | | Datenbank (Schema) | | Event | | Ereignis (einmalig oder periodisch) | | Index | | Index einer Tabelle | | Log File | | Logdatei | | Partition | | Vertikale Zerlegung einer Tabelle | | Prepared Statement | | Vorkompilierte Anweisung | | Stored Function | | Funktion (Rückgabewert) | | Stored Procedure | | Prozedur (kein Rückgabewert) | | Table | | Tabelle | | Tablespace | | Datei für Tabellen (analog Partition) | | Trigger | | Trigger einer Tabelle | | User | | Benutzeraccount | | View | | Sicht (vordef. gespeicherte Abfrage) | +--------------------+-------------+----------------------------------------+ 2f) Identifier (Bezeichner) --------------------------- Bezeichner dürfen standardmäßig aus den Zeichen A-Z, a-z, 0-9, _ und $ bestehen (d.h. insbesondere KEINE Leerzeichen!), führende Ziffern sind nicht erlaubt. Mit der Schreibweise `...` (QUOTIERUNG mit Backquotes, NICHT '...' oder "...") sind auch beliebige andere Zeichen verwendbar (NICHT empfohlen!). SELECT Hallo FROM test; # OK (Std-Form) SELECT `Hallo` FROM test; # OK (Std-Form) SELECT _Hallo_ FROM test; # OK (Std-Form) SELECT $Hallo$ FROM test; # OK (Std-Form) SELECT Und_Ein_Name$ FROM test; # OK (Std-Form) SELECT `mit Leer zeichen` FROM test; # OK (Sonderzeichen) SELECT `mit Sonderzeichen äöüß` FROM test; # OK (Sonderzeichen) Kollidiert ein BEZEICHNER (Objektname) mit einem SQL-Schlüsselwort, so kann er in `...` (Backquotes!) gesetzt dennoch verwendet werden (QUOTIERUNG). Die normale String-Quotierung mit "..." oder '...' funktioniert hier nicht! Generiert MySQL SQL-Anweisungen (z.B. mit "mysqldump"), so werden alle Bezeichner grundsätzlich prophylaktisch in `...` gesetzt (auch wenn das gar nicht notwendig wäre). CREATE TABLE alter (...); # FALSCH! CREATE TABLE `alter` (...); # OK SELECT user, host FROM mysql.user; # OK SELECT `user`, `host` FROM `mysql`.`user`; # OK SELECT `user`, `host` FROM `mysql.user`; # FALSCH! SELECT "user", "host" FROM "mysql"."user"; # FALSCH! SELECT 'user', 'host' FROM 'mysql'.'user'; # FALSCH! Maximal erlaubte Bezeichner-Länge von Datenbank-Objekten und Namen: | Bezeichner | Max | +------------+-----+ | Datenbank | 64 | | Tabelle | 64 | | Spalte | 64 | | Routine | 64 | | Alias | 255 | +------------+-----+ | Host | 60 | | Benutzer | 16 | | Passwort | 32 | +------------+-----+ Zugriff auf die Objekte Datenbank, Tabelle, Spalte und Stored Procedure erfolgt durch "relative" oder "voll qualifizierte" (full qualified) Bezeichner (im "mysql"-Client per -Taste = TAB-Completion automatisch vervollständigbar): | Bezeichner | Bedeutung | +--------------------+-----------------------------------------------------+ | . | A) Vollständiger Pfad (immer OK!) | | .. | Analog | | ..* | Analog (alle Spalten der Tabelle) | +--------------------+-----------------------------------------------------+ | | B) Relativ zu Default/Standard-Datenbank (USE ) | | . | Analog | | .* | Analog (alle Spalten der Tabelle) | +--------------------+-----------------------------------------------------+ | | C) Analog B) in INSERT/SELECT/UPDATE/DELETE | | | Relativ zu EINER Tabelle immer OK! | | | Bei MEHREREN verknüpften Tabelle nur bei | | | pro Tabelle eindeutigen Spaltennamen OK. | | | Mit eindeutigen Aliasen OK. | | * | Analog (alle Spalten einer Tabelle) | +--------------------+-----------------------------------------------------+ | . | D) Vollständiger Pfad | | | E) Relativ zu Default/Standard-Datenbank (USE ) | +--------------------+-----------------------------------------------------+ SELECT test.pers.name FROM test.pers; # A) OK (Datenbank "test") USE test; # Default/Standard-DB "test" auswählen SELECT pers.name FROM pers; # B) OK (Datenbank "test") SELECT name FROM pers; # C) OK bei EINER Tabelle (DB "test") SELECT name FROM pers, age; # C) Problem bei Spaltennamenkollision SELECT pers.name, age.name FROM pers, age; # C) OK (auch bei zusätzl. Sp.) ACHTUNG: Wird im Fall C) zu einer beteiligten Tabelle nachträglich eine Spalte hinzugefügt, die GLEICHNAMIG zu einer Spalte einer anderen beteiligten Tabelle ist, führt das in bereits vorhandenen SQL-Kommandos zu Syntaxfehlern, wenn darin auf diese Spalte zugegriffen wird. Daher am besten mit Variante B) arbeiten und zur Abkürzung ALIASE einführen. Die Bestandteile eines relativen oder voll qualifizierten Bezeichners müssen getrennt mit `...` quotiert werden, falls Quotierung notwendig ist: SELECT DISTINCT `mysql`.`user`.`host` FROM `mysql`.`user`; # OK SELECT DISTINCT `mysql.user.host` FROM `mysql.user`; # FALSCH! Analog müssen die beiden Bestandteile "User" und "Host" eines Benutzernamens "User@Host" getrennt quotiert werden (allerdings mit "..." oder '...', da es sich um keinen Bezeichner handelt): CREATE USER "hans"@"localhost"; # OK CREATE USER 'hans'@'localhost'; # OK CREATE USER "hans@localhost"; # FALSCH! CREATE USER 'hans@localhost'; # FALSCH! 2g) GROSS/kleinschreibung ------------------------- Beim Zugriff auf und beim Sortieren von Daten in Tabellen ignoriert MySQL standardmäßig die GROSS/kleinschreibung. BINARY vor einem String in den Vergleichen = != <> <=> < <= > >= BETWEEN IN LIKE REGEX und in ORDER BY erzwingt aber die Beachtung der GROSS/kleinschreibung. Ebenso erzwingen die Datentypen BINARY, VARBINARY, TINYBLOB, BLOB, MEDIUMBLOB und LONGBLOB die Beachtung der GROSS/kleinschreibung. Die GROSS/kleinschreibung in SQL-Anweisungen ist meist egal AUSSER bei den Bezeichnern von Datenbanken, Tabellen, Views und Logfilegroups unter bestimmten Betriebssystemen mit case-sensitiven Dateisystemen (da als Verzeichnis/Datei abgelegt). Die Namen von Triggern, Labeln (Marken), Benutzernamen und Passwörtern sind immer "case-sensitive". Es gibt daher gewissen KONVENTIONEN bgzl. GROSS/kleinschreibung, an die man sich halten sollte. | Sprachelement | GROSS/kleinschreibung relevant | Konvention | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ | Datenbank-Bezeichner | JA (Linux), NEIN (Windows) | klein | | Tabellen-Bezeichner | JA (Linux), NEIN (Windows) | klein | | Dateiname/pfad | JA (Linux), NEIN (Windows) | klein | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ | Host-Name | NEIN | klein | | Benutzer-Name | JA | klein | | Passwort | JA | --- | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ | SQL-Schlüsselwort | NEIN | GROSS | | SQL-Funktions-Bezeichner | NEIN | GROSS | | Spalten-Bezeichner | NEIN | klein | | Index-Bezeichner | NEIN | klein | | Variablen-Bezeichner | NEIN (ab MY!5.0), JA (bis MY!4.1) | klein | | View-Bezeichner | JA (Linux), NEIN (Windows) | klein | | Prepared-Stm-Bezeichner | NEIN | klein | | Prozedur-Bezeichner | NEIN | klein | | Funktions-Bezeichner | NEIN | klein | | Trigger-Bezeichner | JA | klein | | Event-Bezeichner | NEIN | klein | | Logfilegroup-Name | JA (Linux), NEIN (Windows) | klein | | Partitions-Bezeichner | NEIN | klein | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ | String-Vergleich | NEIN (abhängig von Collation) | --- | | Regex-Vergleich | NEIN (abhängig von Collation) | --- | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ | Tabellen-Alias | NEIN | klein | | Spalten-Alias | NEIN | klein | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ | Label (Marke) | JA | GROSS | +--------------------------+-----------------------------------+-------------+ SQL-Schlüsselworte aus Gründen der besseren Lesbarkeit und der einfacheren Suchmöglichkeit IMMER GROSS schreiben (Konvention): select * from pers order by nr asc; # Schlecht lesbar SELECT * FROM pers ORDER BY nr ASC; # Gut lesbar In diesem Skript werden daher alle SQL-Schlüsselworte GROSS, hingegen alle Datenbank-, Tabellen-, Spalten- und sonstige Bezeichner klein geschrieben. 2h) Kommentare -------------- Es gibt mehrere Möglichkeiten, Kommentare in den SQL-Quelltext einzubauen: | Syntax | Typ | Beschreibung | +---------------+----------+-------------------------------------------------+ | -- ... | ANSI-SQL | Bis Zeilenende (Leerz. nach "--" nötig!, MY!) | | #... | Shell | Bis Zeilenende (MY!) | | /*...*/ | C | Beliebig viele Zeilen | +---------------+----------+-------------------------------------------------+ | /*!...*/ | C | Inhalt von MySQL ausgeführt (MY!) | | /*!NXXYY...*/ | C | Inhalt ab MySQL-Version N.XX.YY ausgeführt (MY!)| +---------------+----------+-------------------------------------------------+ | //... | C++ | NICHT möglich! | +---------------+----------+-------------------------------------------------+ Die ersten 3 Kommentartypen werden vom "mysql"-Client VOR dem Transfer einer SQL-Anweisung zum MySQL-Server ENTFERNT. Sollen sie doch mit übertragen und somit in den Logdateien abgelegt werden, dann den Schalter "--comments" beim Aufruf des "mysql"-Client angeben (Std: --skip-comments). Kommentare der Form /*!...*/ werden grundsätzlich an den MySQL-Server übertragen und stehen somit immer in den Logdateien. Beispiele: SHOW TABLES; # Dies ist ein Kommentar bis zum Zeilenende SHOW TABLES; #Dies ist ein Kommentar bis zum Zeilenende SHOW TABLES; -- Dies ist ein Kommentar bis zum Zeilenende SHOW TABLES; --Dies ist KEIN Kommentar (da Leerzeichen fehlt!) SHOW /* mehrzeiliger Kommentar */ TABLES; SELECT * FROM user /*! STRAIGHT_JOIN */ host # Von MySQL ausgeführt ON user.Host = host.Host; CREATE /*!32302 TEMPORARY */ TABLE t1 (a INT); # Ab MY!3.23.02 ausgeführt CREATE /*!99999 Kommentar */ TABLE t2 (a INT); # NIE ausgeführt, aber erh. SHOW TABLES; // Dies ist KEIN Kommentar! # Fehler 3) Typische MySQL-Datenbankbefehle (Tutorial) --------------------------------------------- Dieser (lange) Abschnitt bietet eine Einführung in die wichtigsten SQL- Kommandos von MySQL anhand von Beispielen. Verwendet werden darin die beiden Datenbanken "first" und "test" sowie mehrere Tabellen (z.B. "pers" und "age"). Eine vertiefte Beschreibung dieser und anderer SQL-Kommandos ist in den folgenden Kapiteln und in der Datei --> mysql-admin-HOWTO.txt zu finden. HINWEIS: SQL-Kommandos dürfen auf mehrere Zeilen umbrochen werden und sind immer mit ";" (oder "\g" bzw. "\G") abzuschließen. TIPP: Zu jeder Datenbank einen EIGENEN MySQL-Benutzer (hier: "tom") anlegen (meist als MySQL-Administrator "root"), ihm ein Passwort (hier: "geheim") sowie geeignete Zugriffsrechte (hier: GRANT ALL = sämtliche Rechte) geben, nur mit dieser Datenbank (hier "first") zu arbeiten (muss noch nicht existieren!): GRANT ALL # Alle Zugriffsrechte... ON first.* # ...auf Objekte der Datenbank "first" TO "tom"@"localhost" # ...für Benutzer "tom@localhost" IDENTIFIED BY "geheim"; # ...mit Passwort "geheim" TIPP: Username != Datenbankname != Tabellenname != Spaltenname wählen, sonst besteht Verwechslungsgefahr. Datenbank (Schema) "first" anlegen (meist als MySQL-Administrator "root"): CREATE DATABASE first; # Fehler falls schon existent CREATE SCHEMA first; # Analog CREATE DATABASE IF NOT EXISTS first; # Nur falls noch nicht existent (MY!) CREATE SCHEMA IF NOT EXISTS first; # Analog (MY!) Datenbank (Schema) umbenennen ("root" oder Besitzer): RENAME DATABASE first TO new; RENAME SCHEMA new TO first; # Analog Benutzer "tom" nimmt per "mysql"-Client Verbindung mit dem MySQL-Server auf und wählt evtl. beim Verbindungsaufbau "first" als Default/Standard-Datenbank aus: mysql -utom -pgeheim # Keine Default/Standard-Datenbank -> "USE" mysql -utom -pgeheim -Dfirst # Default/Standard-Datenbank -> "first" mysql -utom -pgeheim first # Default/Standard-Datenbank -> "first" Abfrage der Verbindungsdaten: SELECT DATABASE(), SCHEMA(); # Standard-Datenbank (Schema) SELECT USER(), CURRENT_USER(), # 4x Benutzername + Hostname SESSION_USER(), SYSTEM_USER(); # (user@host) SELECT CONNECTION_ID(); # Sitzungs-ID (Thread, Prozess) SELECT VERSION(); # MySQL-Server Version Abfrage des Server-Status (ID, DB, User, Version, Conn-ID, Character set, ...): status \s Vorhandene Datenbanken auflisten: SHOW DATABASES; # Alle Datenbanknamen auflisten SHOW SCHEMAS; # Analog SHOW DATABASES LIKE "my%"; # Nur DB-Namen mit "my" am Anfang SHOW SCHEMAS LIKE "my%"; # Analog Als Default/Standard-Datenbank (Schema) "first" auswählen (NUR hier darf der ";" weggelassen werden, besser erst gar nicht daran gewöhnen!). Alle Bezeichner (Objektnamen) ohne weitere Qualifizierung beziehen sich dann auf diese Datenbank (dieses Schema): USE first # Variante A (ohne ";") USE first; # Variante B (mit ";") Tabellen aus einer Datenbank auflisten: SHOW TABLES; # Alle aus Standard-DB "first" SHOW TABLES LIKE "a%"; # Mit Name "a..." aus Standard-DB "first" SHOW TABLES FROM mysql LIKE "%a%"; # Mit Name "...a..." aus DB "mysql" Tabelle "pers" (bedingt wenn sie noch nicht existiert) in Default-DB anlegen (3 Spalten, im 2. Fall mit einer anderen Engine statt "MyISAM"; Spalten ohne/mit Defaultwert und mit NULL erlaubt/nicht erlaubt): CREATE TABLE pers ( # Std-Engine = MyISAM nr INT NOT NULL, # Komma (NULL verboten) vorname VARCHAR(30), # Komma (Std: NULL erlaubt) name VARCHAR(30) # KEIN Komma! (Std: NULL erlaubt) ) COMMENT = "Personen"; # Kommentar zur Tabelle CREATE TABLE IF NOT EXISTS pers ( # Kein Fehler falls schon existent nr INT NOT NULL, # vorname VARCHAR(30) DEFAULT "", # Defaultwert leere Zeichenkette name VARCHAR(30) NULL # NULL explizit erlaubt (sowieso Std) ) ENGINE = "InnoDB"; # Engine = InnoDB (TYPE veraltet!) CREATE TEMPORARY TABLE pers ( # Temporäre Tabelle (stirbt bei Sitzungsende) nr INT DEFAULT 0 # (ÜBERDECKT evtl. gleichnamige echte Tab.!) vorname VARCHAR(30), name VARCHAR(30) ) CHARACTER SET latin1; # Standard-Zeichensatz für Textspalten festl. HINWEIS: Jedes DB-Objekt hat automatisch einen User als "Besitzer", nämlich denenigen, der es anlegt. Dieser User hat dann automatisch alle Rechte daran und kann es z.B. umbenennen und auch wieder löschen. HINWEIS: Die Reihenfolge der Spalten in einer Tabelle ist irrelevant - bis auf Abfragen mit "*" und bei Verwendung mehrerer TIMESTAMP-Spalten (hier ist die erste Spalte ausgezeichnet, sie wird bei jeder Datensatz-Änderung aktualisiert). HINWEIS: Temporäre Tabellen dürfen genauso heißen wie echte Tabellen. Sie überdecken die gleichnamige echte Tabelle, bis sie wieder gelöscht werden. Temporäre Tabellen sind sitzungsbezogen (d.h. pro Sitzung kann der gleiche Name verwendet werden, ohne dass es zu Kollisionen kommt). Sie werden am Sitzungsende automatisch gelöscht. Tabellenstruktur anzeigen (Spalten + Datentypen): DESCRIBE pers; # Variante A DESCRIBE pers name; # Variante B (nur Spalte "name") DESC pers; # Variante C DESC pers name; # Variante D (nur Spalte "name") EXPLAIN pers; # Variante E SHOW COLUMNS FROM pers; # Variante F SHOW TABLE pers; # FEHLER: Gibt es nicht! Vollständige Tabellen-Definition anzeigen (mit Engine und allen Einstellungen): SHOW CREATE TABLE pers; # Ausgabe horizontal SHOW CREATE TABLE pers\g # Ausgabe horizontal (go) SHOW CREATE TABLE pers\G # Ausgabe vertikal (ego, Option -E) SHOW TABLE pers; # FEHLER: Gibt es nicht! Alle Datensätze in einer Tabelle anzeigen (aktuell noch leer): SELECT * FROM pers; # Alle Spalten in Definitionsreihenfolge SELECT nur, vorname, name FROM pers; # (analog) SELECT vorname, nr, name FROM pers; # Spalten in anderer Reihenfolge SELECT vorname, name FROM pers; # Nur ausgewählte Spalten SELECT nr FROM pers; # Nur ausgewählte Spalte Datensätze in Tabelle "pers" einfügen (nicht angegebene Spalten werden mit ihrem Defaultwert oder NULL belegt; Wertangabe NULL oder DEFAULT ... in der Tabellendefinition verwenden, um Wert NULL oder einen bestimmten Defaultwert bei Angabe von NULL als Wert in eine Spalte einzufügen): INSERT INTO pers (nr, vorname, name) VALUES (1, "Thomas", "Birnthaler"); INSERT INTO pers (nr, vorname, name) VALUES (2, "Markus", "Mueller"); INSERT INTO pers (nr, vorname, name) VALUES (8, "Andrea", "Bayer"); Bei vollständigen Datensätzen kann auf die Angabe der Spaltennamen verzichtet werden. Dann müssen aber REIHENFOLGE und TYP der einzufügenden Daten exakt mit der Spaltenreihenfolge in der Tabellendefinition übereinstimmen: INSERT INTO pers VALUES (9, "Richard", "Seiler"); Andere Einfüge-Syntax (MY!): INSERT INTO pers SET nr = 7, vorname = "Heinz", name = "Bayer"; Einfügen von mehr als einem Datensatz gleichzeitig (sehr effizient, MY!): INSERT INTO pers (nr, vorname, name) VALUES (1, "Thomas", "Birnthaler"), # Nur 1x VALUES! (2, "Markus", "Mueller"), # "," zw. Datensätzen! (8, "Andrea", "Bayer"), (9, "Richard", "Seiler"), (7, "Heinz", "Bayer"), (NULL, "Hans", "Dampf"), (NULL, NULL, "Unbekannt"); # Anweisungsende Einfügen eines Datensatzes mit allen Spalten (in Definitionsreihenfolge!): INSERT INTO pers VALUES (7, "Heinz", "Bayer"); INSERT INTO pers VALUES (NULL, "Hans", "Dampf"); INSERT INTO pers VALUES (NULL, NULL, "Unbekannt"); Laden der Daten aus einer externen CSV-Datei (Comma Separated Values, enthält pro Datensatz eine Zeile abgeschlossen durch oder . Die Elemente jedes Datensatzes stehen in der Spaltenreihenfolge im Datensatz und sind durch je ein Tabulatorzeichen getrennt, die bei CSV-Dateien notwendige 1. Zeile mit den Spaltennamen weglassen. LOAD DATA LOCAL INFILE "/path/to/pers-data.txt" INTO TABLE pers; # Linux A LOAD DATA LOCAL INFILE "/path/to/pers-data.txt" INTO TABLE pers # Linux B LINES TERMINATED BY "\n" IGNORE 1 LINES; # 1.Zl ign. LOAD DATA LOCAL INFILE "/path/to/pers-data.txt" INTO TABLE pers # Windows LINES TERMINATED BY "\r\n" IGNORE 1 LINES; # 1.Zl ign. LOAD DATA LOCAL INFILE "/path/to/pers-data.txt" INTO TABLE pers # MacOS LINES TERMINATED BY "\r" IGNORE 1 LINES; # 1.Zl ign. Inhalt der Datei "/path/to/pers-data.txt" (NULL-Wert durch "\N" codiert!): +-------------------------------+ |NrVornameName | # 1. Zeile mit Spaltennamen -> ignorieren +-------------------------------+ |1ThomasBirnthaler| # 1. Datensatz |2MarkusMueller | # 2. Datensatz |8AndreaBayer | # 3. Datensatz |9RichardSeiler | # 4. Datensatz |7HeinzBayer | # 5. Datensatz |\NHansDampf | # 6. Datensatz (\N = NULL-Wert) |\N\NUnbekannt | # 7. Datensatz (\N = NULL-Wert) +-------------------------------+ Kopieren einer vollständigen Tabelle (ALLE Spalten + Datensätze - MY!): ACHTUNG: Primary Key und Indices werden NICHT mitkopiert (ausser bei LIKE!). # Struktur, Indices, Daten CREATE TABLE copy SELECT * FROM pers; # Ja Nein Ja CREATE TABLE copy AS SELECT * FROM pers; # Ja Nein Ja CREATE TABLE copy SELECT * FROM pers WHERE 0; # Ja Nein Nein (TRICK!) CREATE TABLE copy AS SELECT * FROM pers WHERE 0; # Ja Nein Nein CREATE TABLE copy LIKE pers; # Ja Ja Nein (MY!5.0) INSERT INTO copy SELECT * FROM pers; # Nein Nein Ja Kopieren bestimmter Spalten der Datensätze aus einer Tabelle in eine andere Tabelle (Anzahl Spalten von Quelle und Ziel MUSS übereinstimmen!): INSERT INTO copy (nr, vorname, name) # "vorname" und "name" vertauschen! SELECT nr, name, vorname FROM pers; Tabelleninhalt abfragen (ALLE Datensätze mit ALLEN Spalten in ihrer Definitionsreihenfolge): SELECT * FROM copy; SELECT ALL * FROM copy; # Analog (ALL ist Std) Tabelleninhalt abfragen (alle Datensätze mit bestimmten Spalten in der angegebenen Reihenfolge - PROJEKTION!): SELECT name, vorname FROM pers; Tabelleninhalt abfragen (identische Datensätze nur 1x anzeigen, analog GROUP BY über gewählte Spalten, DISTINCT und DISTINCTROW verhalten sich identisch): SELECT DISTINCT * FROM copy; # Alle Spalten SELECT DISTINCTROW * FROM copy; # (analog) SELECT DISTINCT name FROM copy; # Eine Spalte SELECT DISTINCT name, vorname FROM copy; # Zwei Spalten Benutzerspezifische Spaltennamen (Aliase) für Ausgabe als Überschrift festlegen, Standard ist der Spaltenname laut Tabellendefinition (bei Spalten-Aliasen ist GROSS/kleinschreibung nicht relevant, "AS" ist auch weglassbar): SELECT vorname AS "Vorname", # mit AS name AS "Familienname" # (besser lesbar) FROM pers; SELECT vorname "Vorname", name "Familienname" FROM pers; # ohne AS CREATE TABLE IF NOT EXISTS artikel ( nr INT, name VARCHAR(50), preis NUMERIC(10,2), anz INT ); INSERT INTO artikel VALUES (1, "Locher", 4.95, 18), (2, "Hefter", 9.90, 12), (3, "Papier", 5.49, 123); SELECT name AS `Artikel`, # preis AS "Nettopreis", # round(preis * 0.19, 2) AS 'MwSt', # Rundung auf 2 NkSt round(preis * 1.19, 2) AS "Bruttopreis" # Rundung auf 2 NkSt FROM artikel; Konstanten und Ergebnis einer Rechnung mit Überschrift ausgeben (Std: Konstante, Ergebnis oder Formel auch als Überschrift verwendet): SELECT 2010 AS "Jahr", "Ergebnis = " AS "Text", 5 * 4 - 3 / 2 AS "Formel"; Tabelleninhalt nach Spalte "nr" AUFsteigend sortiert abfragen (Std: ASC = ascending, ohne GROSS/kleinschreibung zu berücksichtigen; der Deutlichkeit halber TROTZDEM hinschreiben!). Neben SpaltenNAMEN sind auch SpaltenNUMMERN in ORDER BY erlaubt. Diese Nummern beziehen sich auf die Reihenfolge der selektierten Spalten, bei "*" ist das die Definitionsreihenfolge in der Tabelle: SELECT * FROM pers ORDER BY name; # GROSS/klein.. ignorieren (unklar!) SELECT * FROM pers ORDER BY name ASC; # (analog, besser!) SELECT * FROM pers ORDER BY BINARY name ASC; # GROSS/klein.. beachten SELECT * FROM pers ORDER BY 3, 2; # Nach 2+3. selekt. Sp. sort. SELECT * FROM pers ORDER BY name, vorname; # (analog per Sp.name statt Nr) Tabelleninhalt nach Spalte "nr" ABsteigend sortiert abfragen (DESC = descending, ohne GROSS/kleinschreibung zu berücksichtigen): SELECT * FROM pers ORDER BY nr DESC; Sortierung des Tabelleninhalts nach Spalte "name" AUFsteigend, bei gleichem Nachnamen nach Spalte "vorname" AUFsteigend und bei gleichem Vor+Nachnamen nach Spalte "nr" ABsteigend (ohne GROSS/kleinschreibung zu berücksichtigen): SELECT * FROM pers ORDER BY name ASC, # AUFsteigend (ASC besser immer hinschreiben!) vorname ASC, # AUFsteigend nr DESC; # ABsteigend Teil der Datensätze einer Tabelle über eine Bedingung abfragen (SELEKTION!): * Sogenannte WHERE-Klausel/clause * Textvergleiche ignorieren GROSS/kleinschreibung (außer BINARY vor Operator) * LIKE = Unscharfe Suche mit Wildcards % (beliebig viele belieb. Z.) _ (genau ein beliebiges Zeichen) * REGEX/RLIKE = Unscharfe Suche mit Regulären Ausdrücken (s.u.) * i/- = Index nutzbar/NICHT nutzbar (kann Suche beschleunigen) SELECT nr # i = Index nutzbar FROM pers # - = Index NICHT nutzbar WHERE name > "Andrea" AND name < "Thomas"; # i Ränder weglassen WHERE name >= "Andrea" AND name <= "Thomas"; # i Ränder einschließen (A) ... WHERE name BETWEEN "Andrea" AND "Thomas"; # i Ränder einschließen (B) ... WHERE name NOT BETWEEN "Andrea" AND "Thomas"; # i Ränder weglassen ... WHERE name IS NULL; # i Spalte LEER ... WHERE name = NULL; # - FALSCH! immer NULL -> FALSE! ... WHERE name IS NOT NULL; # i Spalte NICHT LEER ... WHERE name <> NULL; # - FALSCH! immer NULL -> FALSE! ... WHERE name = "Andrea" OR name = "Thomas"; # i Werteliste (A) ... WHERE name IN ("Andrea", "Thomas"); # i Werteliste (B) ... WHERE name NOT IN ("Andrea", "Thomas"); # i Werteliste ... WHERE name LIKE "a%"; # i "a" am Anfang ... WHERE name NOT LIKE "%a"; # - KEIN "a" am Ende ... WHERE name LIKE "%a%"; # - "a" irgendwo ... WHERE name NOT LIKE "__a%"; # - KEIN "a" an 3. Z.pos. ... WHERE name REGEXP "abc"; # - "abc" drin ... WHERE name NOT REGEXP "abc"; # - KEIN "abc" drin ... WHERE name RLIKE "abc"; # - "abc" drin ... WHERE name NOT RLIKE "abc"; # - KEIN "abc" drin Weitere Tabelle anlegen und füllen ("age" statt "alter", da "ALTER" ein SQL-Befehl ist, durch Einschließen in Backquotes wäre `alter` doch als Tabellenname möglich, "..." oder '...' funktioniert nicht!): CREATE TABLE age ( nr INT NOT NULL, geburtsdatum DATE, jahre INT, geschlecht CHAR(1) ); INSERT INTO age VALUES (1, "1971-1-8", 39, "m"); # Nur möglich, da Werte INSERT INTO age VALUES (2, "2001-5-13", 9, "m"); # ALLER Spalten in der INSERT INTO age VALUES (8, "1969-12-1", 41, "w"); # korrekten Reihenfolge INSERT INTO age VALUES (9, "1975-7-3", 35, "m"); # angegeben werden! INSERT INTO age # Andere Schreibweise SET nr = 7, geburtsdatum = "1966-1-1", jahre = 44, geschlecht = "m"; Zwei (oder mehr) Tabellen gemeinsam abfragen und alle Kombinationen aller Datensätze ausgeben (Kreuzprodukt = "CROSS JOIN" von "pers" und "age"). Die Liste der Tabellen ist durch "," getrennt hintereinander anzugeben: SELECT * # CROSS JOIN (alle Kombinationen) FROM pers, age; Kreuzprodukt von zwei (oder mehr) Tabellen durchführen und Ergebnismenge über gleiche Werte in der Spalte "nr" einschränken ("CROSS JOIN" von "pers" und "age"). Die mehrdeutige Spalte "nr" wird durch vorangestellte Tabellennamen "pers" und "age" qualifiziert (genau spezifiziert): SELECT * # INNER JOIN mit WHERE (implizit) FROM pers, age WHERE pers.nr = age.nr; Alternativ "Aliase" (eindeutige Kurznamen, GROSS/kleinschreibung relevant) "p" und "a" für die Tabellen "pers" und "age" einführen (besser lesbar und kürzer): SELECT * # INNER JOIN mit WHERE (implizit) FROM pers AS p, age AS a # auch ... FROM pers p, age a ... WHERE p.nr = a.nr; In echter JOIN-Syntax lautet die gleiche Abfrage (Variante 2+3 ist nur möglich, falls die Verknüpfungsspalte in beiden Tabellen gleich heißt, wie hier "nr"): SELECT * # INNER JOIN mit ON FROM pers JOIN age # (Spalte "nr" doppelt) ON pers.nr = age.nr; # Allgemeine Syntax SELECT * # INNER JOIN mit USING FROM pers JOIN age # (Spalte "nr" einfach) USING (nr); SELECT * # NATURAL JOIN FROM pers NATURAL JOIN age; # (nur einzige gleichnamige Sp. "nr" erlaubt) Nur Teil der Datensätze ab bestimmter Position holen ("" Datensätze ab Datensatz "", Std: 0), die Datensätze sind ab "0" durchnummeriert - MY!) WICHTIG: Die Abfrage sortieren, sonst ist die Reihenfolge zufällig gemäß ihrer "physikalischen" Reihenfolge. SELECT * FROM pers LIMIT ; # Ab Datensatz "0" SELECT * FROM pers LIMIT , ; # Ab Datensatz "" SELECT * FROM pers LIMIT OFFSET ; # Ab Datensatz "" Index oder Primary Key auf diversen Spalten anlegen (Variante A; damit läuft obige SELECT-Abfrage mit Verknüpfung beider Tabellen SEHR VIEL SCHNELLER!): TIPP: Immer einen Primärschlüssel anlegen, der jeden Datensatz eindeutig identifiziert. Falls dies nicht möglich ist, eine Spalte mit einem "künstlichen Schlüssel" (eindeutige Nummer) anlegen. Index gleich bei Erstellung einer Tabelle mit anlegen Variante A): CREATE TABLE pers ( nr INT NOT NULL, ... PRIMARY KEY ON (nr), INDEX idx1 ON pers (name), INDEX idx2 ON pers (vorname), INDEX idx3 ON pers (name, vorname) ); Index nach Erstellung einer Tabelle hinzufügen (Variante B, jederzeit möglich): CREATE PRIMARY KEY ON pers (nr); # FALSCH! -> ALTER TABLE! CREATE UNIQUE INDEX idx2 ON age (nr); # Eindeutige Spalte(n) CREATE INDEX idx3 ON pers (name, vorname); # 2 Spalten verkettet CREATE FULLTEXT INDEX idx4 ON age (name); # Volltextsuche (nur MyISAM!) CREATE SPATIAL INDEX idx5 ON age (nr); # Geometriedaten (MyISAM!) Index / Primary Key zu einer Tabelle hinzufügen (Variante C, jederzeit mögl.): ALTER TABLE pers ADD PRIMARY KEY (nr); # Name unnötig ("PRIMARY") ALTER TABLE age ADD UNIQUE INDEX idx2 (nr); # Eindeutige Spalte(n) ALTER TABLE pers ADD INDEX idx3 (name, vorname); # Mehrd. Spalte(n) ALTER TABLE age ADD FULLTEXT INDEX idx4 (name); # Volltextsuche (nur MyISAM!)) ALTER TABLE age ADD SPATIAL INDEX idx5 (nr); # Geometriedaten (MyISAM!) Indices zu einer Tabelle anzeigen: SHOW INDEX FROM pers; SHOW INDEX FROM age; Index oder Primary Key einer Tabelle löschen (jederzeit möglich): ALTER TABLE pers DROP PRIMARY KEY; # Kein Name nötig ALTER TABLE pers DROP INDEX idx2; # Name "idx2" nötig, UNIQUE weglassen! DROP INDEX idx3 ON pers; # Name "idx3" nötig Index auf Spalten-Präfix bzw. AUF/ABsteigend erzeugen (Std: ASC - MY!), nur für Tuningzwecke wirklich interessant. CREATE INDEX idx8 ON pers (name(5), vorname(5)); # Platz sparen! CREATE INDEX idx9 ON pers (name ASC, vorname DESC); # Auf+Absteigend Alle Datensätze ändern (VORSICHT: keine WHERE-Bedingung -> ALLE!): UPDATE pers SET nr = nr + 100; Bestimmte Datensätze ändern: UPDATE pers # FROM geht in MySQL nicht! SET nr = 111, name = DEFAULT # DEFAULT-Wert aus Tab.definition einsetzen WHERE vorname = "Thomas"; Datensätze ersetzen oder einfügen: Analog INSERT falls Datensatz mit diesem Primärschlüssel/UNIQUE INDEX noch nicht vorhanden, sonst DELETE des alten + INSERT des neuen Datensatzes durchführen (Primärschlüssel notwendig, DELETE-Recht notwendig, AUTO_INCREMENT-Feld erhöht sich - MY!): REPLACE INTO copy (nr, vorname, name) # INTO ist optional VALUES (1, "Thomas", "Birnthaler"), # Mehrere Datensätze erlaubt (2, "Hans", "Dampf"); REPLACE INTO copy (nr, vorname, name) # INTO ist optional SELECT nr, vorname, name FROM pers, WHERE nr < 100; REPLACE pers # INTO ist optional SET nr = 7, vorname = "Heinz", name = "Beier"; Datensätze ersetzen oder einfügen: Analog INSERT falls Datensatz mit diesem Primärschlüssel/UNIQUE INDEX noch nicht vorhanden, sonst UPDATE des alten Datensatzes durchführen (bessere Variante, Primärschlüssel notwendig, AUTO_INCREMENT-Feld bleibt gleich - MY!): INSERT INTO pers (nr, vorname, name) VALUES (1, "Thomas", "Birnthaler") ON DUPLICATE KEY UPDATE vorname = "Thomas", name = "Birnthaler"; ACHTUNG: REPLACE ändert AUTO_INCREMENT-Wert bereits vorhandener Datensätze, INSERT INTO ON DUPLICATE KEYS UPDATE macht das nicht (aber schwierigere Syntax)! Bestimmte Datensätze löschen: DELETE FROM pers WHERE vorname = "Markus" OR nr >= 9; Alle Datensätze löschen, Tabelle belassen (VORSICHT: keine WHERE-Bedingung!): DELETE FROM pers; # Langsam (Datensätze einzeln löschen = Transaktion!) TRUNCATE TABLE pers; # Schnell (Tabelle löschen + neu anlegen, nicht in TA!) TRUNCATE pers; # (analog) HINWEIS: Auch Lösch- und Update-Operation sind per LIMIT auf eine bestimmte Anzahl Datensätze beschränkbar (ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt!). Dabei sollten die Datensätze mit ORDER BY sortiert werden, um sie nicht zufällig gemäß ihrer "physikalischen" Reihenfolge zu löschen: DELETE FROM pers # Max. 2 Datensätze löschen WHERE vorname = "Markus" ORDER BY name # wichtig! LIMIT 2; UPDATE pers # Max. 3 Datensätze ändern SET nr = nr + 1000 WHERE nr < 1000 ORDER BY name # wichtig! LIMIT 3; TIPP: Mit der "mysql"-Client-Option --i-am-a-dummy / --safe-updates / -U sind UPDATE- und DELETE-Anweisungen gegen Weglassen einer WHERE- oder LIMIT-Klausel geschützt (d.h. versehentliches Ändern/Löschen ALLER Datensätze --- außer per TRUNCATE --- wird verwendet). Anzahl Datensätze, Spaltenwerte oder Häufigkeit verschiedener Spaltenwerte in einer Tabelle ermitteln (Gruppieren bzw. Aggregieren): SELECT COUNT(*) FROM pers; # Anzahl Datensätze in Tabelle (inkl. NULL!) SELECT COUNT(nr) FROM pers; # Anz. Werte von Spalte "nr" (ohne NULL!) SELECT COUNT(DISTINCT nr) FROM pers; # Anz. versch. Werte von Spalte "nr" (ohne NULL!) SELECT name, COUNT(name) FROM pers # Häufigkeit der Werte in Spalte "name" GROUP BY name; # SELECT name, COUNT(name) FROM pers # Analog, nur Werte mit Häufigkeit > 3 GROUP BY name HAVING COUNT(name) > 3;# SELECT name, COUNT(name) FROM pers # Analog + Gesamtsumme (NULL als Wert!) GROUP BY name WITH ROLLUP; # (MY!) ACHTUNG: HAVING wirkt darauf! Weitere typische Aggregatfunktionen analog COUNT (arbeiten auf der Menge aller von einer Abfrage gefundenen Datensätze): SELECT SUM(nr), # Summe aller Werte von Spalte "nr" SUM(DISTINCT nr), # Summe aller verschiedenen Werte von Spalte "nr" AVG(nr), # Durchschnitt aller Werte von Spalte "nr" MIN(nr), # Minimum aller Werte von Spalte "nr" MAX(nr) # Maximum aller Werte von Spalte "nr" FROM pers; Datensatz mit höchster Nummer: SELECT DISTINCT * FROM pers # A) Subselect für Maximum WHERE nr = (SELECT MAX(nr) FROM pers); SET @max := (SELECT MAX(nr) FROM pers); # B) Variable @max füllen SET @max = (SELECT MAX(nr) FROM pers); # B) Variable @max füllen SELECT * FROM pers WHERE nr = @max; # B) (:= / = ist Zuweisung) SELECT * FROM pers ORDER BY nr DESC LIMIT 1; # C) Abbruch per LIMIT SELECT p1.* FROM pers p1 LEFT JOIN pers p2 # D) FALSCH! ON p1.nr <= p2.nr WHERE p2.nr IS NULL; Datensatz mit niedrigster oder höchster Nummer: SELECT * FROM pers WHERE nr = MIN(nr) OR nr = MAX(nr); # A) FALSCH! SELECT * FROM pers WHERE nr IN (MIN(nr), MAX(nr)); # B) FALSCH! SELECT * FROM pers WHERE nr IN ( # C) Subselect (SELECT MIN(nr) FROM pers), (SELECT MAX(nr) FROM pers) ); SELECT @min := MIN(nr), @max := MAX(nr) FROM pers; # D) Variablen + ... SELECT * FROM pers WHERE nr IN (@min, @max); # D1) ... Menge SELECT * FROM pers WHERE nr = @min # D2) ... Union UNION ALL SELECT * FROM pers WHERE nr = @max; Allgemeines SELECT-Statement (alle Möglichkeiten) SELECT , ... # Spaltenauswahl FROM , ... # Tabellenauswahl [WHERE ] # Bedingung auf Spalten (Condition) [GROUP BY , ...] # Aggregation auf Spalten (Datensätze zusammenfassen) [HAVING ]] # Bedingung auf Aggregation (nur bei GROUP BY!) [ORDER BY ...] # Sortierung nach Spalten (Name oder Nummer!) [LIMIT ...] # Anz. Datensätze + Startpos. begrenzen (MY!) Beispiel: SELECT nr, COUNT(name), name FROM pers WHERE nr > 2 GROUP BY NAME ORDER BY nr DESC LIMIT 2; Tabellenstruktur und -name ändern: * Mehrere Änderungen gleichzeitig durch Komma getrennt angebbar * Dabei wird KOPIE mit Änderungen angelegt (dauert bei vielen Daten lange!) und anschließend das Original durch sie ersetzt * Tabelle wird GESPERRT, d.h. weitere Anfragen an sie müssen solange warten * Reines Umbenennen einer Tabelle wird ohne Kopie erledigt * Verschieben einer Tabelle in andere DB nur im gleichen Dateisystem möglich * Beim Spaltentyp ändern werden die Tabellendaten so weit möglich erhalten (evtl. abgeschnitten oder mit Leerzeichen aufgefüllt) * Tabellen/Engine ändern NICHT auf Systemtabellen in DB "mysql" anwenden! Änderungsoperationen auf Tabellen (mehrere gleichzeitig erlaubt, COLUMN, TO und CONSTRAINT dürfen weggelassen werden): | Operation | Bedeutung | +-------------------+-------------------------------------------------------+ | ADD [COLUMN] | Spalte einfügen (vorne, nach Sp., Std: ganz hinten) | | DROP [COLUMN] | Spalte entfernen (mit Daten + Indices darauf) | | MODIFY [COLUMN] | Sp.typ ändern (Sp.name bleibt) oder Sp. verschieben | | CHANGE [COLUMN] | Spalte neu definieren (Name + Typ, d.h. auch umben.) | | ALTER [COLUMN]... | Defaultwert... | | ...SET DEFAULT | ...ändern | | ...DROP DEFAULT | ...löschen | +-------------------+-------------------------------------------------------+ | RENAME [TO] | Tabellenname ändern, Tabelle in andere DB verschieben | | ORDER BY | Datensätze für schnelle Abfrage sortieren (MY!) | | ENGINE | Andere Datenbank-Engine verwenden (MY!) | | TYPE | Andere Datenbank-Engine verwenden (veraltet, MY!) | | IMPORT TABLESPACE | (MY!) | | DISCARD TABLESPACE| (MY!) | +-------------------+-------------------------------------------------------+ | ADD PRIMARY KEY | Primärschlüssel hinzu (muss NOT NULL UNIQUE sein) | | ADD UNIQUE INDEX | Sekundärschlüssel hinzu (muss NOT NULL UNIQUE sein) | | ADD {INDEX | KEY} | Index hinzu (muss nicht NOT NULL oder UNIQUE sein) | | DROP PRIMARY KEY | Primärschlüssel entfernen | | DROP {INDEX | KEY}| Index entfernen | | DISABLE KEYS | Alle Indices der Tabelle abschalten (nur Non-UNIQUE!) | | ENABLE KEYS | Alle Indices der Tabelle aktivieren (nur Non-UNIQUE!) | +-------------------+-------------------------------------------------------+ | ADD FOREIGN KEY | Fremdschlüsselbezug hinzufügen | | DROP FOREIGN KEY | Fremdschlüsselbezug entfernen | | ADD CONSTRAINT | Spalten-Beschränkung hinzufügen (ignoriert MY!) | | DROP CONSTRAINT | Spalten-Beschränkung entfernen (nicht verfügbar MY!) | +-------------------+------+------------------------------------------------+ | CONVERT TO CHARACTER SET | Zeichensatz konvertieren | | [DEFAULT] CHARACTER SET | Standard-Zeichensatz festlegen | +--------------------------+------------------------------------------------+ Beispiele: ALTER TABLE pers ... ... ADD COLUMN preis DECIMAL(10,2); # Std: Hinten einfügen ... ADD COLUMN (strasse CHAR(30), plz LONG, ort CHAR(30)); ... ... FIRST; # Als 1. Sp. einfügen ... ... AFTER nr; # Nach Sp. "nr" einfügen ... DROP COLUMN name; # Spalte löschen (inkl. Daten) ... MODIFY COLUMN vorname VARCHAR(50); # Typ ändern (Daten mögl. erhalten) ... ... FIRST; # Als 1. Sp. verschieben ... ... AFTER nr; # Nach Sp. "nr" verschieben ... CHANGE COLUMN vorname name CHAR(30); # Name+Typ änd. (Daten mögl. erh.) ... ALTER COLUMN vorname SET DEFAULT ""; # Default änd.: Leere Zeichenkette ... ALTER COLUMN vorname DROP DEFAULT; # Default änd.: NULL ... RENAME TO pers_old; # Tab. umbenennen ... RENAME TO test2.pers; # Tab. in andere DB verschieben ... ORDER BY vorname DESC, name ASC; # Datensätze sortieren ... ENGINE = InnoDB; # Engine ändern (neu!) ... TYPE = InnoDB; # Engine ändern (veraltet!) ... ADD PRIMARY KEY (nr); # Primärschlüssel hinzu ... DROP PRIMARY KEY; # Primärschlüssel entf. ... INDEX idx1 (name, vorname); # Index hinzu ... DROP INDEX idx1; # Index entfernen ... UNIQUE idx2 (name, vorname); # Sekundärschlüssel hinzu ... DROP UNIQUE idx2; # Sekundärschlüssel entf. ... DISABLE KEYS; # Alle Indices abschalten ... ENABLE KEYS; # Alle Indices aktivieren ... ADD FOREIGN KEY age(nr) REFERENCES pers(nr); # Fremdschlüssel hinzu ... DROP FOREIGN KEY age; # Fremdschlüssel entfernen ... ADD CONSTRAINT pruef CHECK (nr >= 1); # Sp.-Beschränkung hinzu ... DROP CONSTRAINT pruef; # Nicht verfügbar! Tabelle(n) umbenennen (auch in andere Datenbank verschieben, wenn die beiden Tabellen auf dem gleichen Dateisystem liegen; stellt eine "atomare" Operation dar, auch bei gleichzeitiger Umbenennung mehrerer Tabellen!): RENAME TABLE pers TO new [, ...]; # Nicht für temp. Tabelle ALTER TABLE new RENAME TO pers; # Auch für temp. Tabelle RENAME TABLE pers TO copy, # Zwei Tabellenamen vertauschen (FALSCH!) copy TO pers; # (-> ERROR: Table 'copy' already exists) RENAME TABLE pers TO tmp, # Zwei Tabellenamen vertauschen (OK!) copy TO pers, # tmp TO copy; # Tabelle (bedingt) löschen (inkl. aller Daten und Indices!): DROP TABLE pers; # Fehler falls nicht existent DROP TABLE IF EXISTS pers; # Kein Fehler falls nicht existent DROP TEMPORARY TABLE pers; # Temporäre Tabelle löschen (nicht echte!) Datenbank (bedingt) löschen (alle Tabellen mit allen Daten!): DROP DATABASE first; # Fehler falls nicht existent DROP SCHEMA first; # (analog) DROP DATABASE IF EXISTS first; # Kein Fehler falls nicht existent DROP SCHEMA IF EXISTS first; # (analog) Abfrage einiger Daten der vorhergehenden SQL-Anweisung (pro Sitzung): SELECT ROW_COUNT(); # Anz. verarbeiteter Datensätze (INSERT, UPDATE, DELETE, REPLACE) SELECT SQL_CALC_FOUND_ROWS ...; # Vor Einsatz von FOUND_ROWS() notwendig! SELECT FOUND_ROWS(); # Ges.Anz. Datensätze bei SELECT mit LIMIT SELECT LAST_INSERT_ID(); # Letzter AUTO_INCREMENT-Wert bei INSERT Fehlermeldungen, Warnungen und Bemerkungen (Notes) zu vorhergehenden SQL-Anweisungen ausgeben (pro Sitzung): SHOW WARNINGS; # Fehler, Warnungen, Bemerkungen (Notes) ausgeben SHOW ERRORS; # Nur Fehler ausgeben SET max_error_count = 0; # Aufzeichnung der Warnungen/Fehler ausschalten SET max_error_count = 64; # Max. Anz. aufgezeichneter Warnungen/Fehler (Std) SET sql_notes = 1; # Bemerkungen (Notes) 1=aufzeichnen/0=unterdrücken SET sql_warnings = 1; # INSERT-Warnung 1=aufzeichnen/0=unterdrücken SELECT @@error_count; # Anzahl gemerkter Fehler SELECT @@warning_count; # Anzahl gemerkter Warnungen 4) MySQL-Datentypen ------------------- Abhängig von den darin zu speichernden Werten ist für jede Tabellenspalte einer der folgenden Datentypen auszuwählen. Die Auswahl des Datentyps ist nicht immer eindeutig bestimmt (z.B. könnte ein Jahr als INT oder YEAR gespeichert werden). Bei sinnvoller Auswahl des Datentyps sind aber spezifische MySQL-Operatoren und -Funktionen einsetzbar, der Platzbedarf der Daten wird minimiert sowie die Zugriffsgeschwindigkeit maximiert. Auch an evtl. zukünftige Erweiterungen denken und z.B. nicht wieder für das Speichern einer Jahreszahl nur 2 Stellen vorsehen ("Y2K-Problem"). | Datentyp | Typname | Byte | Wertebereich | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Ganzzahl (mit Vorzeichen) | TINYINT | 1 | -127..128 | | | SMALLINT | 2 | -32768..32767 | | | MEDIUMINT | 3 | -8388608..8388607 | | | INT | 4 | -2Mrd..2Mrd | | | BIGINT | 8 | -9*10^18..+9*10^18 | +---------------------+-----+--------------+-------+------------------------+ | Ganzzahl (ohne Vz.) | TINYINT UNSIGNED | 1 | 0..255 | | | SMALLINT UNSIGNED | 2 | 0..65535 | | | MEDIUMINT UNSIGNED | 3 | 0..16777215 | | | INT UNSIGNED | 4 | 0..4 Mrd | | | BIGINT UNSIGNED | 8 | 0..18*10^18 | +---------------------+-----+--------------+-------+------------------------+ | Fließkommazahl | FLOAT | 4 | 10^38 (7 Dez.stellen) | | | DOUBLE | 8 | 10^308 (15 Dez.stellen)| +------------------------+--+--------------+-------+------------------------+ | Fließkommazahl | FLOAT UNSIGNED | 4 | 10^38 (7 Dez.stellen) | | (ohne Vorz.) | DOUBLE UNSIGNED | 8 | 10^308 (15 Dez.stellen)| +------------------------+--+--------------+-------+------------------------+ | Festkommazahl (L max. 65) | DECIMAL(L,N) | L+2 | Länge L mit N Nkst. | | (vor MY!5.0 als String) | | L/9*4 | (ab MY!5.0!) | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Festkommazahl (ohne Vorz.)| DECIMAL(L,N) | L+2 | Länge L mit N Nkst. | | | UNSIGNED | L/9*4 | (ab MY!5.0!) | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Bitfeld | BIT(N) | N+7/8 | 1..64 Bits | | Boolean | BOOL | 1 | 0/1 FALSE=0/TRUE=1 | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Zeichenkette (Länge fest) | CHAR(L) | L | L=0..255 | | (Länge fest) | BINARY(L) | L | L=0..255 | | (Länge variabel) | VARCHAR(L) | L+1/2 | L=0..255/65535 ab 5.01 | | (Länge variabel) | VARBINARY(L) | L+1/2 | L=0..255/65535 ab 5.01 | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Datum + Zeit | YEAR | 1 | JJJJ/JJ (1900-2155) | | | DATE | 3 | JJJJ-MM-TT (1000-9999) | | | TIME | 3 | hh:mm:ss | | | DATETIME | 8 | JJJJ-MM-TT hh:mm:ss | | (Sek. seit 1.1.1970 00:00)| TIMESTAMP | 4 | JJJJMMTThhmmss | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Text (Sonderzeichen | TINYTEXT | L+1 | 0-255 | | interpretiert) | TEXT | L+2 | 0-65535 | | | MEDIUMTEXT | L+3 | 0-16777216 (16 Mio) | | | LONGTEXT | L+4 | 0-4294967296 (4 Mrd) | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Binary large object | TINYBLOB | L+1 | 0-255 | | (binäre Daten, | BLOB | L+2 | 0-65535 | | keine Interpretation | MEDIUMBLOB | L+3 | 0-16777216 (16 Mio) | | von Sonderzeichen) | LONGBLOB | L+4 | 0-4294967296 (4 Mrd) | +---------------------------+--------------+-------+------------------------+ | Aufzählung | ENUM(V1, ...)| 1/2 | 1..255, 2=256-65535 | | Menge | SET(V1, ...) | 1-4/8 | 1..8/16/24/32/64 Elem. | +-------------------+-------+--------------+-------+------------------------+ | Unicodestring | NCHAR(L) | L | Synonym für CHAR | | | NATIONAL VARCHAR(L) | L+1 | Synonym für VARCHAR | +-------------------+----------------------+-------+------------------------+ Attribute zu allen Datentypen (danach anzugeben): | Attribut | Bedeutung | +---------------+-----------------------------------------------------+ | DEFAULT | Defaultwert setzen, falls KEIN Wert angegeben | | NOT NULL | Wert MUSS angegeben sein (evtl. per Defaultwert) | | NULL | Wert darf weggelassen werden ("undefiniert", Std) | +---------------+-----------------------------------------------------+ Attribute zu numerischen Datentypen (Ganzzahl, Fließkomma, Festkomma): | Attribut | Bedeutung | +----------------+-------------------------------------------------------+ | () | Ausgabebreite (INT) | | (, ) | Ausgabebreite N und Nkst. M (FLOAT, DOUBLE) | | AUTO_INCREMENT | Pro neu eingefügtem Datensatz automatisch hochzählen | | | (künstl. Key, nur 1x pro Tabelle, nicht Festkomma!) | | UNSIGNED | Wert immer positiv | | ZEROFILL | Ausgabe mit führenden Nullen gemäß Breite (nicht DEC!)| +----------------+-------------------------------------------------------+ Beispiel: CREATE TABLE data ( nr INT NOT NULL AUTO_INCREMENT, # Spalte "nr" automatisch füllen anz TINYINT(3) UNSIGNED, temper FLOAT(10,2), betrag DECIMAL(10,2), vorname VARCHAR(30) NOT NULL, name CHAR(30), stamp TIMESTAMP, datum DATE DEFAULT '2000-01-01', uhrzeit TIME DEFAULT '12:00:00', zeitpunkt DATETIME, jahr YEAR(4), flags BIT(8), opt BOOL, dokument TEXT, antwort ENUM('Ja', 'Nein', 'Vielleicht'), menge SET('gross','reich','maechtig'), file BLOB, PRIMARY KEY (nr) # Kein Komma, notwendig wg. AUTO_INCREMENT ); INSERT INTO data VALUES ( NULL, # Nächste freie Nummer verwendet wg. AUTO_INCREMENT 123, 12.3456, 9876543.21, "thomas", "birnthaler", NULL, # Aktueller Zeitpunkt eingetragen (TIMESTAMP) "2010-08-03", "23:59:59", "2010-08-03 23:59:59", 2010, b'01000001', # ASCII-Code Buchstabe 'A' = 65 TRUE, "Dokumenttext", "Vielleicht", # Aufzählungswert als String schreiben "gross,maechtig", # Elemente als durch Komma getrennter String schreiben "Dateiinhalt" # OK! LOAD_FILE("/home/tsbirn/my/data/pers-data.txt") # NULL (wieso) LOAD_FILE("/etc/passwd") # OK! ); Alternative Namen für einige Datentypen: | Name | Alternativer Name | +-----------+-----------------------------------+ | BOOL | BOOLEAN, TINYINT(1) | | CHAR | CHARACTER | | DECIMAL | DEC, NUMERIC | | DOUBLE | REAL, DOUBLE PRECISION | | INT | INTEGER | | NCHAR | NATIONAL CHAR, NATIONAL CHARACTER | | VARCHAR | CHARACTER VARYING | +-----------+-----------------------------------+ Beispiele für die Angabe von Konstanten (Literalen) für die Datentypen (Q = Quotieren des Wertes mit "..." oder '...' notwendig): | Datentyp | Q | Beispiele für Konstanten/Literale | +-----------+---+----------------------------------------------------+ | INT | - | 0 123 -456 +7899123 0x10EF x'10EF' b'11010' | | FLOAT | - | 0.0 1.23 -0.456 1.23e14 -12E-34 | | DECIMAL | - | 0.0 -123.000 +456789.00 | +-----------+---+----------------------------------------------------+ | BIT | j | b'10101100' 0x10EF x'10EF' | | BOOL | - | TRUE FALSE 0 1 "aaa" "" | +-----------+---+----------------------------------------------------+ | CHAR | j | "Hallo" 'Hallo' "" '' | | VARCHAR | j | "Hallo" 'Hallo' "" '' | | BINARY | j | 0x10EF x'10EF' _utf8'uc' "" '' | | VARBINARY | j | 0x10EF x'10EF' _utf8'uc' "" '' | +-----------+---+----------------------------------------------------+ | YEAR | - | 69 99 13 1972 2010 2100 | | DATE | j | "2009-10-18" "0000-00-00" '2009-10-00' | | TIME | j | "23:59:59" '09:45' "00:00:00" | | DATETIME | j | "2009-10-18 22:30:00" | | TIMESTAMP |j/-| "2009-10-18 22:30:00" 20091018223030 | +-----------+---+----------------------------------------------------+ | TEXT | j | "Hallo" 'Hallo' "" '' _utf8'uc' | | BLOB | j | 0x10EF x'10EF' b'11010' "Daten..." 'Daten...' | +-----------+---+----------------------------------------------------+ | ENUM | j | "1.Wert" '5.Wert' | | SET | j | "1.Wert,5.Wert,8.Wert" | +-----------+---+----------------------------------------------------+ Defaultwert für die Datentypen: | Datentyp | Defaultwert | +-----------+--------------------------------------------+ | INT | 0 | | FLOAT | 0.0 | | DECIMAL | 0.0 | +-----------+--------------------------------------------+ | BIT | b'' (kein Bit gesetzt) | | BOOL | 0 (FALSE) | +-----------+--------------------------------------------+ | CHAR | "" (leerer String) | | VARCHAR | "" (leerer String) | | BINARY | "" (leere Bytefolge) | | VARBINARY | "" (leere Bytefolge) | +-----------+--------------------------------------------+ | YEAR | 00/0000 | | DATE | "0000-00-00" | | TIME | "00:00:00" | | DATETIME | "0000-00-00 00:00:00" | | TIMESTAMP | Aktuelles Datum + Uhrzeit (1.Spalte) | | | "0000-00-00 00:00:00" (restliche Spalten) | +-----------+--------------------------------------------+ | TEXT | "" (leerer String) | | BLOB | "" (leerer String) | +-----------+--------------------------------------------+ | ENUM | 0 (falls NULL), "1. Wert" (falls NOT NULL) | | SET | Leer | +-----------+--------------------------------------------+ HINWEISE: * Datentyp-Konvertierung erfolgt entweder automatisch oder explizit per (BINARY entspricht CAST( AS BINARY)): BINARY # GROSS/kleinschreibung berücksichtigen CAST( AS ) # Datentyp von umwandeln CONVERT( AS ) # Datentyp von umwandeln CONVERT( USING ) # Zeichensatz von konvertieren Zieldatentyp kann sein: BINARY[(n)] # Max. n Byte nutzen (mit 0x00 auffüllen) CHAR[(n)] # Max. n Byte nutzen (mit Space auffüllen) DATE # DATETIME # DECIMAL[(m[,d])] # SIGNED [INTEGER] # TIME # UNSIGNED [INTEGER] # Folgende Umwandlungen sind möglich: DECIMAL -> CHAR VARCHAR DATE CHAR VARCHAR -> DECIMAL DATE DATE -> CHAR VARCHAR BLOB TEXT -> (keine!) * INT/FLOAT/DOUBLE: Bei Ganzzahlen ist in Klammern eine "Darstellungsgröße" (1-255) angebbar, bei Fließkommazahlen die "Darstellungsgröße" und die "Anzahl der Nachkommastellen" (DSG >= NKST + 2). Sie bestimmen nicht die Länge oder Genauigkeit der gespeicherten Zahl, sondern legen fest, mit welcher Breite und welcher Nachkommstellenanzahl die AUSGABE erfolgen soll. Ganzzahlen können keine führenden 0-en darstellen -> evtl. CHAR verwenden + Damit kann man trotzdem rechnen (Preis: Konvertierung zur Ausführungszeit) + Alternativ ZEROFILL (feste Länge gemäß Darstellungsbreite) * FLOAT/DOUBLE: Rundungsfehler beim Rechnen möglicht, besser DECIMAL nehmen, wenn es um finanzmathematische Rechnungen geht (z.B. Buchhaltung). * DECIMAL: Zahlen dieses Typs sind vor MY!5.0 in Wirklichkeit Strings mit je einem Zeichen pro Ziffer, für das Komma und für das Vorzeichen (Std: 10.0) und werden bei Rechnungen nach DOUBLE konvertiert (max. 15 Stellen genau). Ab MY!5.0 wird für DECIMAL "Precision Math" verwendet, d.h. eine kompaktere (9 Ziffern pro 4 Byte + Restziffern) und genauere Darstellung (max. 64 St.) benutzt und bei Rechnungen nicht mehr nach DOUBLE umgewandelt. Ähnliches Verhalten wie BCD-Format (Binary Coded Digits), aber anders realisiert. * Kaufmännische oder Finanzmathematische Daten wie Preise, Umsazt, ... mit DECIMAL darstellen (vermeidet Rundungsfehler von FLOAT/DOUBLE) oder statt Euro mit 2 Nkst besser Cent ohne Nkst speichern. * Dezimalkomma in Zahl (z.B. 1,50) ist (meist) ein Syntaxfehler, Dezimalkomma in String (z.B. "1,50") schneidet Rest nach Komma ab (ignoriert). * BOOL: Kennt die Konstanten TRUE (Wahr, Wert 1) und FALSE (Falsch, Wert 0). Jeder Wert außer 0, FALSE (und NULL) ist TRUE (Wahr). * YEAR: Werte decken folgende Bereiche ab (d.h. nur 255 Jahre darstellbar) YEAR(2): 1970-2069 (00-69 -> 20XX, 70-99 -> 19XX) YEAR(4): 1900-2155 (00-99 -> 1900-1999 + 100-255 -> 2000-2155) * DATE/DATETIME: Werte decken die Jahre 1000-9999 ab. Jeder Teil (Tag, Monat, Jahr) ist auf "0" setzbar, um auszudrücken, dass ein Datumteil nicht bekannt ist. Derartige Teile werden bei Sortierung als 1. Wert einsortiert. Ein ungültiger Datumswert wird als "0000-00-00" gespeichert. Mit "SET @@sql_mode = "..." ist steuerbar, welche "falschen" Datumswerte erlaubt sind: | @@sql_mode = ... | Bedeutung | +---------------------+----------------------------------------------------+ | ALLOW_INVALID_DATES | Beliebige Komb. von Mon=1..12 + Tag=1..31 erlaubt | | NO_ZERO_IN_DATE | Mon=0 und Tag=0 nicht erlaubt | | NO_ZERO_DATE | 0000-00-00 verboten (aber 1999-01-00 + 1999-00-01) | +---------------------+----------------------------------------------------+ * TIMESTAMP: Werte decken Zeitraum 1.1.1970 00:00 bis 31.12.2037 23:59 ab (UNIX-Zeitrechnung mit Anzahl Sekunden seit 1.1.1970 00:00 mit 32-Bit Zahl). * TIMESTAMP: Wert der 1. TIMESTAMP-Spalte in einer Tabelle wird bei JEDER Änderung einer Zeile auf aktuelle(s) Datum + Uhrzeit gesetzt (alle weiteren TIMESTAMP-Spalten bleiben unverändert). * CHAR(n) speichert n Zeichen mit Leerzeichen aufgefüllt (space-padded), beim Lesen werden die Leerzeichen ENTFERNT (stripped). BINARY(n) speichert n Byte mit NUL-Bytes aufgefüllt (NUL-padded), beim Lesen werden die NUL-Bytes NICHT ENTFERNT (not stripped). * VARCHAR(n) speichert 0-n Zeichen PLUS eine Länge. VARBINARY(n) speichert 0-n Byte PLUS eine Länge. * CHAR, VARCHAR und TEXT ignorieren GROSS/kleinschreibung beim Vergleichen und Sortieren (case-INsensitive). BINARY, VARBINARY und BLOB berücksichtigen GROSS/kleinschreibung beim Vergleichen und Sortieren (case-sensitive). * TEXT/BLOB: Ein BLOB ist ein "Binary Large OBject" der Länge 0-4 Mrd Byte. Werden nicht im Datensatz gespeichert, sondern dort nur ein "Zeiger" der Größe L Byte. Die Daten selber stehen pro Objekt an einer anderen Stelle. TEXT sind Textdaten, Vergleich und Sortierung erfolgt anhand Zeichensatz und Collation (ohne Berücksichtigung der GROSS/kleinschreibung). BLOB sind Binärdaten, Vergleich und Sortierung erfolgt anhand der Byte-Codes. * TEXT/BLOB entsprechen VARCHAR/VARBINARY mit folgenden Unterschieden: + Indices auf TEXT/BLOB-Spalten MÜSSEN eine Präfix-Länge haben + TEXT/BLOB-Spalten können KEINE Defaultwerte haben + Speicherung erfolgt nicht in Datensatz sondern außerhalb, im Datensatz steht nur ein Zeiger. * ENUM: Als Werte sind nur die Elemente der definierten Liste speicherbar, anstelle des Listenelements wird platzsparend seine Nummer gespeichert. Speicherung eines anderen Wertes entspricht NULL. Anstelle der Werte sind auch ihre Indices gemäß der Werteliste verwendbar (0=1.Wert, 1=2.Wert, ...). * SET: Als Wert ist eine beliebige Kombination ("Menge") der Werte aus der definierten Werteliste (max. 64 Werte) erlaubt (auch die "leere Menge"). Anstelle der Listenelement-Kombination wird platzsparend ein Bitmuster gespeichert, jede Bitposition entspricht einem Listenelement. Bitwert = 1 heißt, das Listenelement ist in der Menge, Bitwert = 0 heißt, es ist nicht in der Menge. 4a) Datentyp-Optimierung (Performance/Speicherplatz) ---------------------------------------------------- * Kleinstmöglichen Datentyp nutzen (z.B. MEDIUMINT statt INT) -> Weniger Festplattenplatz belegt -> Weniger Platten-I/O -> schneller * WICHTIG: Spalten möglichst "NOT NULL" deklarieren! -> Weniger Platzverbrauch (NULL benötigt zusätzl. Byte) + Index schneller! * Mind. EINE VARCHAR/VARBINARY/TEXT/BLOB-Textspalte -> Variable Record-Länge NUR CHAR/BINARY-Textspalten -> Fixe Record-Länge * In SELECT keine Spalten-Konvertierungen durchführen -> Index nutzbar + schneller -> ACHTUNG: Wird implizit gemacht, wenn mit Textspalten gerechnet wird * In JOIN verwendete Spalten sollten exakt gleichen Datentyp + Länge haben, damit Index nutzbar (bei (VAR)CHAR/(VAR)BINARY/TEXT/BLOB wird unterschiedliche Länge toleriert) * MySQL-Optimierer macht selbständig folgende Änderungen bei CREATE/ALTER TABLE (Speicherplatz minimal, Tabellenstruktur optimiert, autom. Konvertierung) + VARCHAR(<=4) -> CHAR + VARBINARY(<=4) -> BINARY + CHAR(>4) -> VARCHAR (falls mind. eine VARCHAR-Spalte vorhanden) + TIMESTAMP(N) -> TIMESTAMP (2 <= + N geradzahlig + <= 14) 4b) Fixes/Variables Rowformat ----------------------------- * Datensätze (Rows) können max. 65535 Byte lang werden. * Fixes Rowformat (feste Länge): Alle Spalten NICHT von folgenden 4 Datentypen Variables Rowformat (unterschiedl. Länge): Mind. eine Spalte dieser Datentypen VARCHAR > 4 Zeichen VARBINARY > 4 Zeichen ...BLOB ...TEXT * Fixes Rowformat hat Vorteile bei der Adressierung der Datensätze, nutzt aber evtl. den Plattenplatz schlechter (wg. Füllbytes) * Variables Rowformat nutzt den Plattenplatz besser aus, benötigt aber zusätzliche Bytes (<=255->1, > 255->2) zur Längeninformation * Bei vielen Lösch/Einfügeoperationen in Tabelle führt variables Rowformat leichter zur "Zersplitterung" der Tabellendaten -> OPTIMIZE TABLE durchführen * Für Zugriff per Index ist fixes/variables Rowformat egal * Besondere Einstellungen bei Tabellendefinition + MyISAM: ROW_FORMAT=FIXED/DYNAMIC (myisampack -> COMPRESSED) + InnoDB: ROW_FORMAT=REDUNDANT/COMPACT (20% weniger Platz, CPU erhöht) * TIPP: Evtl. eine Tabelle in mehrere aufsplitten (fixer + variabler Anteil) 4c) AUTO_INCREMENT ------------------ * Gibt jedem Datensatz automatisch eine eindeutigen ("künstlichen") Key * Eindeutige positive Zahl pro Datensatz (negativ -> große positive Zahl) + Startwert beim Anlegen der Tabelle wählbar (Std: 1): CREATE TABLE ... (...) ... AUTO_INCREMENT = ... ALTER TABLE AUTO_INCREMENT = ; (bzw. eine Zeile mit Wert "Start-1" einfügen und wieder löschen) * Nur in EINER Spalte pro Tabelle erlaubt + Spalten-Datentyp muss INT, FLOAT oder DOUBLE sein (DECIMAL nicht möglich, UNSIGNED schon) + Index muss darauf liegen (nicht unbedingt UNIQUE, aber sinnvoll; PRIMARY KEY am sinnvollsten) + Keine DEFAULT-Angabe möglich * Einfügen von NULL/0 in diese Spalte setzt nächsten noch nicht benutzten Wert + NO_AUTO_VALUE_ON_ZERO: 0 als gültiger Wert erlaubt (nicht empfohlen!) + Spaltenwert angegeben - Schon vorhanden -> Einfügen wird verweigert - Nächster automatisch ermittelter um 1 höher (Lücken entstehen!) * Letzter verwendeter AUTO_INCREMENT-Wert direkt nach INSERT (in derselben Sitzung/Transaktion) mit LAST_INSERT_ID() abfragbar. * Damit Master-Master-Replikation möglich ist (2 gegenseitige Master oder Ring aus mehreren Mastern), müssen AUTO_INCREMENT-Spalten auf allen Mastern garantiert unterschiedliche Werte erzeugen. Dazu gibt es pro MySQL-Server folgende Optionen: auto_increment_offset = N # Startwert von AUTO_INCREMENT-Spalten auto_increment_increment = N # Schrittweite von AUTO_INCREMENT-Spalten Ist die Anzahl der sich gegenseitig replizierenden Master z.B. 5, dann sollten die einzelnen Master verschiedene Offsets 1, 2, 3, 4, 5 erhalten und bei allen Mastern der Increment auf (mindestens) 5 gesetzt werden. * In PostgreSQL dafür Datentyp "SERIAL" verwenden. * In Oracle durch "Sequence"-Objekt nachbilden. Beispiel: CREATE TABLE pers ( nr INT NOT NULL AUTO_INCREMENT, # Spalte "nr" automatisch füllen vorname VARCHAR(30), name VARCHAR(30), PRIMARY KEY (nr) # Wg. AUTO_INCREMENT nötig ) AUTO_INCREMENT = 10; # Werte 1..9 überspringen INSERT INTO pers (nr, vorname, name) VALUES (NULL, "Thomas", "Birnthaler"), # -> nr=10 (Lücke von 1..9) (20, "Markus", "Mueller"); # -> nr=20 (Lücke von 11..19) INSERT INTO pers (vorname, name) VALUES ("Andrea", "Bayer"), # -> nr=21 ("Richard", "Seiler"), # -> nr=22 ("Heinz", "Bayer"); # -> nr=23 5) MySQL-Operatoren ------------------- Folgende Operatoren sind als Verknüpfungen in Ausdrücken (Expressions) verwendbar: | Typ | Beispiele | Bemerkung | +------------+------------------------------------+--------------------------+ | Arithmetik | + - * / % DIV MOD | % = Modulo (Div.rest) | | Vergleich | < <= > >= | Nicht => und <=! | | | = != <> <=> | <=> ist NULL-sicheres = | | | BETWEEN AND | Ränder einschließen | | | NOT BETWEEN AND | Ränder nicht einschl. | | | IN (, , ...) | In Liste enthalten | | | NOT IN (, , ...) | Nicht in Liste enthalten | | | LIKE [ESCAPE ""] | Wildcards "_" "%" (s.u.) | | | NOT LIKE | Wildcards "_" "%" (s.u.) | | | REGEXP/RLIKE | Regulärer Ausdruck (s.u.)| | | NOT REGEXP/RLIKE | Regulärer Ausdruck (s.u.)| | | SOUNDS LIKE | SOUNDEX(v1)=SOUNDEX(v2) | | | IS NULL/UNKNOWN | gleich NULL/Unbekannt | | | IS NOT NULL/UNKNOWN | ungleich NULL/Unbekannt | | | IS TRUE/FALSE | gleich Wahr/Falsch | | | IS NOT TRUE/FALSE | ungleich Wahr/Falsch | | Logisch | NOT ! | Nur TRUE/FALSE | | | OR || | Nur TRUE/FALSE | | | AND && | Nur TRUE/FALSE | | | XOR | Nur TRUE/FALSE | | Bit | | & ^ ~ << >> | OR AND XOR INV L/R-SHIFT | | Zeichen | BINARY ... | String binär interpr. | | | _CHARSET | String-Zeichensatz | | | COLLATE | String-Sortierordnung | +------------+------------------------------------+--------------------------+ Beispiele: SELECT 1 + 2 * 3 / 4; SELECT 17 DIV 3, 17 % 3, 17 MOD 3; SELECT 10 < 4, 2 <= 5, 1 <> 3, 1 != 3; SELECT TRUE AND FALSE OR FALSE AND NOT TRUE; SELECT TRUE && FALSE || FALSE && ! TRUE; SELECT ~(b'11110001' | b'00001111') ^ b'00110011'; Hinweise: * Division "/" ist immer Fließkommadivision * Es gibt keinen Stringverkettungsoperator (z.B. & + . ||) -> CONCAT verwenden, damit sind beliebig viele Strings verkettbar (oder "SET @@sql_mode = 'ANSI'" -> Operator "||" verkettet Strings) CONCAT("abc", , "xyz") * Falls in Stringverkettung NULL vorkommen kann: CONCAT("abc", IF(ISNULL(), "", ), "xyz") CONCAT("abc", IFNULL(, ""), "xyz") * BINARY vor einem String in den Vergleichen = != <> <=> < <= > >= BETWEEN IN LIKE REGEX und in ORDER BY erzwingt Beachtung der GROSS/kleinschreibung. SELECT * FROM pers WHERE BINARY name = "abc"; SELECT * FROM pers WHERE BINARY name LIKE "abc%"; SELECT * FROM pers WHERE BINARY name REGEX "^abc$"; SELECT * FROM pers ORDER BY BINARY name ASC; * LIKE: % steht für beliebig viele beliebige Zeichen (auch 0!) _ steht für GENAU EIN beliebiges Zeichen * ESCAPE "" am Ende von LIKE setzt das Entwertungs-Zeichen von "%" und "_" auf das Zeichen "C". D.h. um mit LIKE nach den Zeichen "%" und "_" selbst zu suchen, muss man "C" davorsetzen (Std: "\") SELECT * FROM test WHERE name LIKE "\_\%" ESCAPE "\\"; Hinweise zu NULL: * Kommt NULL in einem Ausdruck vor, ist sein Ergebnis NULL ("schwarzes Loch") * Kommt NULL in einem Vergleich vor, ist sein Ergebnis NULL (außer bei <=>) * Logische Ausdrücke ergeben 1 für TRUE und 0 für FALSE * Logische Ausdrücke werden verkürzt ausgewertet (Short-Cut/Circuit Evaluation) (FALSE AND ... ist sofort FALSE, TRUE OR ... ist sofort TRUE, d.h. hat ... den Wert NULL, ist das Gesamtergebnis trotzdem FALSE bzw. TRUE!) * Ist NULL das Ergebnis einer WHERE-Bedingung, entspricht dies dem Wert FALSE * IS UNKNOWN entspricht IS NULL (andere Schreibweise, bei Bool. Werten üblich) SELECT 0 IS UNKNOWN, 1 IS UNKNOWN, NULL IS UNKNOWN; # -> 0 0 1 SELECT 0 IS NULL, 1 IS NULL, NULL IS NULL; # -> 0 0 1 * NULL-sicherer Vergleich <=> NULL <=> NULL -> TRUE (bei "=" -> NULL) NULL <=> TRUE/FALSE -> FALSE (bei "=" -> NULL) Rest wie bei "=" Rangfolge/Priorität der Operatoren (durch Klammerung mit "(...)" umgehbar): | Nr | Typ | Bemerkung | +----+---------------------------------+-------------------------------------+ | 1 | BINARY | GROSS/kleinschreibung beachten, | | | COLLATE | Zeichensatz anpassen | | 2 | ! (NOT) | Negation (falls HIGH_NOT_PRECEDENCE)| | 3 | - ~ | Unäres Minus, Bitweise Flip | | 4 | || | Falls @@sql_mode="PIPES_AS_CONCAT" | | 5 | ^ | Bitweise XOR | | 6 | * / DIV % MOD | % = Modulo | | 7 | + - | Addition/Subtraktion | | 9 | << >> | Bitweise Shift | | 9 | & | Bitweise AND | | 10 | | | Bitweise OR | | 11 | = != <> <=> < <= > >= | Vergleich | | | IN IS LIKE REGEXP | Vergleich | | 12 | BETWEEN CASE WHEN THEN ELSE | Bereich, Fallunterscheidung | | 13 | NOT | (ab MY!5.0.2 vom Vorrang her hier!) | | 14 | AND && | Logisch AND | | 15 | XOR | Logisch XOR | | 16 | OR || | Logisch OR | | 17 | := | Zuweisung | +----+---------------------------------+-------------------------------------+ HINWEIS: Der Operator NOT hatte vor MY!5.0.2 die gleiche (hohe) Priorität wie der Operator !, seither hat er eine Priorität zwischen BETWEEN und AND. Die alte Priorität erhält man mit "SET @@sql_mode = 'HIGH_NOT_PRECENDENCE'". HINWEIS: Mit "SET @@sql_mode = 'ANSI'" entspricht der Operator "||" nicht mehr OR, sondern verkettet Strings (ANSI-SQL Standard). 6) Boolesche Logik ------------------ In Boolescher Logik gibt es nur die beiden Konstanten TRUE und FALSE mit der numerischen Bedeutung 1 und 0. Umgekehrt werden alle numerischen Werte ungleich 0 auf TRUE abgebildet und der numerische Wert 0 auf FALSE. SELECT TRUE, FALSE, NOT TRUE, NOT FALSE; # -> 1 0 0 1 SELECT NOT 0, NOT 1, NOT 123, NOT -456, NOT 7.89; # -> 1 0 0 0 0 SELECT NOT "", NOT "abc", NOT "123def", NOT "0def"; # -> 1 1 0 1 Das Ergebnis eines Booleschen Ausdrucks kann bereits bei Betrachtung eines TEILS der damit verknüpften Ausdrücke feststehen, egal welchen Wert die restlichen verknüpften Ausdrücke haben (Short-Cut/Short-Circuit Evaluation = Verkürzte Auswertung). D.h. AND # nur ausgewertet, falls TRUE ergibt OR # nur ausgewertet, falls FALSE ergibt Beispiel (SQRT(-1) ist nicht definiert): SELECT 0 AND SQRT(-1); # -> 0 (obwohl SQRT(-1) undefiniert) SELECT 1 AND SQRT(-1); # -> NULL (da SQRT(-1) undefiniert) SELECT 1 OR SQRT(-1); # -> 1 (obwohl SQRT(-1) undefiniert) SELECT 0 OR SQRT(-1); # -> NULL (da SQRT(-1) undefiniert) 7) Der Wert NULL ---------------- Eigenschaften von NULL: * NULL steht für den Wert "unbekannt" oder "undefiniert" * NULL ist weder die Zahl 0 noch der leere String "", noch TRUE oder FALSE, sondern etwas völlig anderes * Alle Operationen mit NULL ergeben NULL (außer: <=> AND OR IS NULL) ("Schwarzes Loch") * Benötigt extra Speicherplatz (pro NULL-Spalte ein Byte oder ein Bit) -> Spalten wann immer möglich mit NOT NULL kennzeichnen (Std: NULL) * NULL-sicherer Vergleich mit <=> statt = (MY!) Kommt der Wert NULL in einem Ausdruck vor, so hat in der Regel der gesamte Ausdruck als Ergebnis den Wert NULL (Ausnahme: <=>, AND, OR): SELECT 3 * 4 - 1 + NULL AS "Wert"; # -> NULL SELECT 1 = NULL, 1 <> NULL, 1 < NULL, 1 > NULL; # -> 4x NULL SELECT 1 <=> NULL, NULL <=> NULL, 0 <=> NULL, "" <=> NULL; # -> 0 1 0 0 Zur expliziten Prüfung auf den Wert NULL gibt es folgende Möglichkeiten: IS NULL # In WHERE-Bedingung IS NOT NULL # In WHERE-Bedingung IS NULL # In Ausdruck IS NOT NULL # In Ausdruck ISNULL() # 1 wenn = NULL, sonst 0 IFNULL(, ) # falls ungleich NULL, sonst NULLIF(, ) # NULL falls =, sonst COALESCE(, , ...) # Erster Ausdruck ungleich NULL Beispiel: SELECT 1 IS NULL, 1 IS NOT NULL; # -> 0 1 SELECT 0 IS NULL, 0 IS NOT NULL; # -> 0 1 SELECT "" IS NULL, "" IS NOT NULL; # -> 0 1 SELECT ISNULL(""), ISNULL(0), ISNULL(NULL); # -> 0 0 1 SELECT IFNULL("eins", NULL), IFNULL(NULL, "zwei"); # -> eins zwei SELECT NULLIF("eins", "eins"), IFNULL("eins", "zwei"); # -> NULL eins SELECT COALESCE(NULL, NULL, "abc", NULL, 123); # -> abc 7a) Vergleiche mit NULL ----------------------- Vergleiche ergeben einen Booleschen Wert außer mit NULL wird verglichen, dann resultiert der Wert NULL als Ergebnis. Der normale Vergleich "=" liefert daher: | = | TRUE | FALSE | NULL | # Ein NULL bei "=" ergibt insgesamt NULL +-------+-------+-------+-------+ | TRUE | TRUE | FALSE | NULL | | FALSE | FALSE | TRUE | NULL | | NULL | NULL | NULL | NULL | +-------+-------+-------+-------+ Ebenso gilt für den Vergleich "!=" (oder "<>"): | != | TRUE | FALSE | NULL | # Ein NULL bei "!=" ergibt insgesamt NULL +-------+-------+-------+-------+ | TRUE | FALSE | TRUE | NULL | | FALSE | TRUE | FALSE | NULL | | NULL | NULL | NULL | NULL | +-------+-------+-------+-------+ Alle anderen Vergleiche "<", "<=", ">" und ">=" ergeben: | | !NULL | NULL | # Ein NULL bei "" ergibt insgesamt NULL +-------+------------+-------+ | !NULL | TRUE/FALSE | NULL | | NULL | NULL | NULL | +-------+------------+-------+ Der NULL-sichere Vergleich "<=>" liefert hingegen (MY!): | <=> | TRUE | FALSE | NULL | +-------+-------+-------+-------+ | TRUE | TRUE | FALSE | FALSE | # NULL <=> TRUE ergibt FALSE | FALSE | FALSE | TRUE | FALSE | # NULL <=> FALSE ergibt FALSE | NULL | FALSE | FALSE | TRUE | # NULL <=> NULL ergibt TRUE +-------+-------+-------+-------+ 7b) Boolesche Logik mit NULL (dreiwertig) ----------------------------------------- Die Booleschen Operatoren AND, OR, XOR und NOT werden auf die Verknüpfung mit NULL-Werten erweitert. Aufgrund der "verkürzten Auswertung" von AND und OR gilt: * FALSE links von AND ergibt sofort FALSE * TRUE links von OR ergibt sofort TRUE Hier die dreiwertigen Auswertungstabellen der Booleschen Operatoren: | AND &&| TRUE | FALSE | NULL | # Ein FALSE bei AND ergibt insgesamt FALSE! +-------+-------+-------+-------+ | TRUE | TRUE | FALSE | NULL | | FALSE | FALSE | FALSE | FALSE*| | NULL | NULL | FALSE*| NULL | +-------+-------+-------+-------+ | OR || | TRUE | FALSE | NULL | # Ein TRUE bei OR ergibt insgesamt TRUE! +-------+-------+-------+-------+ | TRUE | TRUE | TRUE | TRUE* | | FALSE | TRUE | FALSE | NULL | | NULL | TRUE* | NULL | NULL | +-------+-------+-------+-------+ | XOR | TRUE | FALSE | NULL | # Ein NULL bei XOR ergibt insgesamt NULL! +-------+-------+-------+-------+ | TRUE | FALSE | TRUE | NULL* | | FALSE | TRUE | FALSE | NULL* | | NULL | NULL* | NULL* | NULL* | +-------+-------+-------+-------+ | NOT ! | TRUE | FALSE | NULL | # NULL invertiert ergibt NULL! +-------+-------+-------+-------+ | | FALSE | TRUE | NULL* | +-------+-------+-------+-------+ 8) Reguläre Ausdrücke in MySQL ------------------------------ Eigenschaften: * Reguläre Ausdrücke nennt man auch "RegExp" oder "Pattern" (Muster) (von englisch "Regular Expressions") * Vergleichen wie LIKE/NOT LIKE Texte mit einem Muster -> wahr/falsch (stark erweiterte Fähigkeiten gegenüber LIKE/NOT LIKE) * Operatoren: REGEX "" RLIKE "" NOT REGEX "" NOT RLIKE "" * Bei Regulären Ausdrücken ist KEIN Index für Datenzugriff benutzbar! * Muss IRGENDWO in Zeichenkette passen, damit wahr (außer bei Verwendung von ^ bzw. $, dann am Anfang bzw. Ende) | Metazeichen | Bedeutung | +-------------+-----------------------------------------------------------+ | ^ | Stringanfang | | $ | Stringende | | . | 1 beliebiges Zeichen | | [...] | 1 Zeichen aus Zeichenmenge ... (z.B. [A-Z]) | | [^...] | 1 Zeichen NICHT aus Zeichenmenge ... (z.B. [^0-9]) | | [[:<:]] | Wortanfang (Wort = Folge von alnum + "_") | | [[:>:]] | Wortende (Wort = Folge von alnum + "_") | | [[:CLASS:]] | Zeichenklasse (siehe unten, [[ und ]] sind doppelt!) | | ...|... | Alternation/Alternative (ODER) | | ...* | 0-N mal Zeichen/geklammerter Ausdruck davor (= {0,}) | | ...+ | 1-N mal Zeichen/geklammerter Ausdruck davor (= {1,}) | | ...? | 0,1 mal Zeichen/geklammerter Ausdruck davor (= {0,1}) | | ...{N} | N mal Zeichen/geklammerter Ausdruck davor | | ...{N,M} | N-M mal Zeichen/geklammerter Ausdruck davor | | (...) | Ausdruck gruppieren (für | * + ? {...}) | | \X | Metazeichen X quotieren (für ^ $ . [ ] | * + ? { } ( ) \) | | \n \r ... | Escape-Sequenz (Steuerzeichen) | +-------------+-----------------------------------------------------------+ Zeichenklassen fassen Zeichen zusammen (hängen von locale-Einstellung ab): | Klasse | Bedeutung | +--------+------------------------------------------------------------------+ | alnum | Buchstaben und Ziffern (alpha + digit) | | alpha | Buchstaben (upper + lower) | | cntrl | Steuerzeichen (Code 0-31) | | blank | Leerzeichen (Space + Tabulator) | | digit | Ziffern (0-9) | | empty | Leerzeichen (Space + Tabulator) | | graph | Druckbare Zeichen (print ohne Leerzeichen) | | lower | Kleine Buchstaben (a-z) | | print | Druckbare Zeichen (mit Leerzeichen) | | punct | Interpunktionszeichen (print - space - alnum) | | space | Leerraum (Space, FormFeed, Newline, Carriage Return, Tabulator) | | upper | Große Buchstaben (A-Z) | | xdigit | Hexadezimalziffern (0-9 + a-f/A-F) | +--------+------------------------------------------------------------------+ Beispiele (keine Indices verwendbar!): SELECT nr, name FROM pers WHERE name REGEXP "^abc$"; # Genau "abc" ... WHERE name = "abc"; # (identisch) ... WHERE name REGEXP "abc$"; # "abc" am Ende ... WHERE name LIKE "%abc"; # (identisch) ... WHERE name REGEXP "abc"; # "abc" drin ... WHERE name LIKE "%abc%"; # (identisch) ... WHERE name NOT REGEXP "abc"; # KEIN "abc" drin ... WHERE name NOT LIKE "%abc%"; # (identisch) ... WHERE name RLIKE "^a*$"; # "", "a", "aa", "aaa", ... ... WHERE name = "" OR name = "a" OR ... # (identisch) ... WHERE name RLIKE "^a+$"; # "a", "aa", "aaa", ... ... WHERE name = "a" OR name = "aa" OR ... # (identisch) ... WHERE name RLIKE "thomas|hans"; # Enth. "thomas" oder "hans" ... WHERE name = "thomas" OR name = "hans"; # (identisch) ... WHERE name RLIKE "ab{1,8}a"; # "aba","abba", ...max. 8 "b" ... WHERE name = "aba" OR name = "abba" OR ...; # (identisch) Mit LIKE, AND, OR nicht mehr formulierbar: ... WHERE name RLIKE "^[0-9]+$"; # Nur Zahl akzept. (mind. 1 Ziffer) ... WHERE name RLIKE "^[[:digit:]]+$"; # Nur Zahl akzept. (mind. 1 Ziffer) 9) MySQL-Funktionen ------------------- Beispiele für den Aufruf von in MySQL eingebauten Funktionen: SELECT CONCAT(vorname, " ", name) AS "Name" FROM pers; SELECT (YEAR(CURDATE()) - YEAR(geburtsdatum)) AS "Alter" FROM age; SELECT NOW(), ADDDATE(NOW(), INTERVAL 14 DAY); Folgende Funktionen sind in MySQL vordefiniert. Diese Liste ist erweiterbar durch in MySQL programmierte benutzerdefinierte Funktionen (Stored Procedures) und durch Laden von externen User Defined Functions (UDF): | Klasse | Eingebaute Funktionen + ihre Parameter | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Datenbank | USER() CURRENT_USER() SESSION_USER() SYSTEM_USER() | | | DATABASE() SCHEMA() | | | CONNECTION_ID() | | | VERSION() | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Queryergebnis | FOUND_ROWS() # bei LIMIT mit SQL_CALC_FOUND_ROWS | | | LAST_INSERT_ID() # bei AUTO_INCREMENT | | | ROW_COUNT() # bei INSERT, UPDATE, DELETE, REPLACE | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Arithmetik | ABS(zahl) | | | EXP(zahl) | | | GREATEST(zahl1, zahl2, ...) | | | LEAST(zahl1, zahl2, ...) | | | LN(zahl) | | | LOG(zahl [, basis]) | | | LOG10(zahl) | | | MOD(x, y) | | | PI() | | | POW(num, exp) POWER(num, exp) | | | RAND([seed]) # Zufallszahl 0 <= z < 1 | | | SIGN(zahl) | | | SQRT(zahl) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Trigonometrie | ACOS(zahl) | | | ASIN(zahl) | | | ATAN(zahl) | | | ATAN2(x, y) | | | COS(zahl) | | | COT(zahl) | | | DEGREES(rad) | | | RADIANS(dec) | | | SIN(zahl) | | | TAN(zahl) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Rundung | CEILING(zahl) CEIL(zahl) | | | FLOOR(zahl) | | | FORMAT(zahl, dezstellen) | | | ROUND(zahl [, dezstellen]) | | | TRUNCATE(zahl [, dezstellen]) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Bit | BIT_COUNT(zahl) | | | BIT_LENGTH(string) | | | EXPORT_SET(zahl, ein, aus, [trennzeichen, [numbits]]) | | | MAKE_SET(bits, string1, string2, ...) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | String | COERCIBILITY(string) | | | COLLATION(string) | | | CONCAT(string1, string2, ...) | | | CONCAT_WS(trennzeichen, string1, string2, ...) | | | INSERT(string, pos, laenge, neu) | | | INSTR(string, teil) | | | LCASE(string) LOWER(string) | | | LEFT(string, laenge) | | | LENGTH(string) CHAR/CHARACTER/OCTET_LENGTH(string) | | | LPAD(string, laenge, fuellstring) | | | LTRIM(string) | | | MID(string, pos, laenge) | | | REPEAT(string, anzahl) | | | REPLACE(string, alt, neu) | | | REVERSE(string) | | | RIGHT(string, laenge) | | | RPAD(string, laenge, fuellstring) | | | RTRIM(string) | | | SOUNDEX(string) | | | SPACE(anzahl) | | | SUBSTRING(string, pos) | | | SUBSTRING(string, pos, laenge) | | | SUBSTRING(string FROM pos FOR laenge) | | | SUBSTRING(string FROM laenge) | | | SUBSTRING_INDEX(string, zeichen, anzahl) | | | TRIM([BOTH | LEADING | TRAILING] [zeichen] [FROM] string) | | | UCASE(string) UPPER(string) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Stringvergl. | FIELD(string, string1, string2, ...) | | | FIND_IN_SET(string, menge) | | | LOCATE(teil, string [,zahl]) | | | MATCH (spalte1, ...) AGAINST (string [modifier]) | | | POSITION(teil, string) | | | STRCMP(string1, string2) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Datum | CURDATE() CURRENT_DATE() -> Datum YYYY-MM-DD | | | DATE(datum/zeit) | | | DATE_FORMAT(datum, format) | | | DAYNAME(datum) | | | DAYOFMONTH(datum) DAY(datum) | | | DAYOFWEEK(datum) | | | DAYOFYEAR(datum) | | | EXTRACT(zeitabschnitt FROM datetime) | | | FROM_DAYS(tage) | | | LAST_DAY(datum) | | | LOCALTIME() | | | MAKEDATE(jahr, tag) | | | MONTH(datum) | | | MONTHNAME(datum) | | | QUARTER(datum) | | | STR_TO_DATE(string, formatmuster) | | | TO_DAYS(datum) | | | UTC_DATE() | | | WEEK(datum) | | | WEEKDAY(datum) | | | WEEKOFYEAR(datum) | | | YEAR(datum) | | | YEARWEEK(datum [, modus]) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Datumrechnung | ADDDATE(datum, INTERVAL anzahl typ) analog DATE_ADD | | | DATE_ADD(datum, INTERVAL zeitspanne typ) | | | DATE_SUB(datum, INVERVAL zeitspanne typ) | | | DATEDIFF(neu_datum, alt_datum) -> TAGE | | | PERIOD_ADD(datum, monate) | | | PERIOD_DIFF(datum1, datum2) | | | SUBDATE(datum, INVERVAL anzahl typ) analog DATE_SUB | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Zeit | CONVERT_TZ(datum/zeit, zeitzone, zeitzone) | | | CURTIME() CURRENT_TIME() | | | HOUR(zeit) | | | MAKETIME(stunde, minute, sekunde) | | | MICROSECOND(zeit) | | | MINUTE(zeit) | | | SEC_TO_TIME(sekunden) | | | SECOND(zeit) | | | TIME_FORMAT(zeit, format) | | | TIME_TO_SEC(zeit) | | | UTC_TIME() | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Zeitrechnung | ADDTIME(zeit, zeit) | | | SUBTIME(datum/zeit, datum/zeit) | | | TIMEDIFF(zeit, zeit) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Timestamp | FROM_UNIXTIME(sekunden [,format]) -> Datum | | | LOCALTIMESTAMP() | | | NOW() CURRENT_TIMESTAMP() | | | TIMESTAMP(datum, zeit) | | | TIMESTAMPADD(intervall, wert, datum/zeit) | | | TIMESTAMPDIFF(intervall, wert, datum/zeit) | | | UNIX_TIMESTAMP([datum]) -> Sekunden | | | UTC_TIMESTAMP() | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Bedingung | CASE wert WHEN auswahl THEN wert ... ELSE wert END | | | ELT(zahl, string1, string2, ...) | | | IF(test, wert1, wert2) | | | INTERVAL(x, grenze1, grenze2, ...) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | NULL-Vergleich| COALESCE(wert1, wert2, ...) | | | IFNULL(wert1, wert2) | | | ISNULL(ausdruck) | | | NULLIF(wert1, wert2) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Konvertierung | ASCII(zeichen) | | | BIN(dezimalzahl) | | | CAST(ausdruck AS typ) CONVERT(ausdruck, typ) | | | CHAR(num1 [,num2, ...]) [USING zeichensatz] | | | CONV(zahl, basis1, basis2) | | | CONVERT(ausdruck USING zeichensatz) | | | GET_FORMAT(datentyp, formattyp) | | | HEX(dezimalzahl) | | | OCT(dezimalzahl) | | | ORD(string) | | | QUOTE(string) | | | UNHEX(string) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Zeichen- | CHARSET() | | codierung + | COERCIBILITY() | | sortierung | COLLATION() | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Advisory | GET_LOCK(name, timeout) | | Locking | IS_FREE_LOCK(name) | | (User Level) | IS_USED_LOCK(name) | | | RELEASE_LOCK(name) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Komprimierung | COMPRESS(string) | | | UNCOMPRESS(string) | | | UNCOMPRESSED_LENGTH(string) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Verschlüsseln | AES_DECRYPT(string, password) | | Entschlüsseln | AES_ENCRYPT(string, password) | | | DES_DECRYPT(string [, password]) | | | DES_ENCRYPT(string [, password]) | | | DECODE(blob, passwort) | | | ENCODE(blob, passwort) | | | ENCRYPT(string, salt) | | | OLD_PASSWORD(string) | | | PASSWORD(string) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Hashing | CRC32(string) | | | MD5(string) | | | SHA(string) | | | SHA1(string) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Eindeutige ID | UUID() -> 128-Bit Zahl | | | UUID_SHORT() -> 64-Bit Zahl | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Netzwerk | INET_ATON(adresse) | | | INET_NTOA(zahl) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ | Sonstige | BENCHMARK(anzahl, funktion) | | | LOAD_FILE(dateiname) # Datei als String einlesen | | | MASTER_POS_WAIT(dateiname, position [, timeout]) | | | SLEEP(sekunden) | +---------------+-----------------------------------------------------------+ 9a) Aggregatfunktionen und Gruppierung (Aggregation) ---------------------------------------------------- Aggregatfunktionen fassen in einer SELECT-Anweisung die Werte einer Spalte über ALLE Datensätze zusammen. Kommt eine GROUP-BY-Klausel bezüglich einer (anderen) Spalte vor, erfolgt die Zusammenfassung PRO unterschiedlichem Wert dieser Spalte. Mehrere GROUP-BY-Spalten sind erlaubt. MySQL kennt folgende Aggregatfunktionen: | Funktion | Beschreibung | +--------------------+-------------------------------------------------+ | COUNT(*) | Anzahl ALLER Datensätze (auch NULL!) | | COUNT(nr) | Anzahl aller Werte ungleich NULL | | COUNT(DISTINCT nr) | Anzahl aller verschiedenen Werte ungleich NULL | +--------------------+-------------------------------------------------+ | SUM(nr) | Summe aller Werte | | SUM(DISTINCT nr) | Summe aller verschiedenen Werte (MY!5.1) | | AVG(nr) | Durchschnitt aller Werte | | AVG(DISTINCT nr) | Durchschnitt aller verschiedenen Werte (MY!5.1) | | MIN(nr) | Minimum aller Werte | | MAX(nr) | Maximum aller Werte | +--------------------+-------------------------------------------------+ | STD(nr) | Standardabweichung Werte ungleich NULL (MY!) | | STDDEV(nr) | Standardabweichung Werte ungleich NULL (MY!) | | STDDEV_POP(nr) | Standardabweichung Werte ungleich NULL | | STDDEV_SAMP(nr) | Standardabweichung aller Werte (auch NULL!) | +--------------------+-------------------------------------------------+ | VARIANCE(nr) | Varianz aller Werte ungleich NULL (MY!) | | VAR_POP(nr) | Varianz aller Werte ungleich NULL | | VAR_SAMP(nr) | Varianz aller Werte (auch NULL!) | +--------------------+-------------------------------------------------+ | BIT_AND(nr) | Bitweise UND-Verknüpfung aller Werte (MY!) | | BIT_OR(nr) | Bitweise ODER-Verknüpfung aller Werte (MY!) | | BIT_XOR(nr) | Bitweise XOR-Verknüpfung aller Werte (MY!) | +--------------------+-------------------------------------------------+ | GROUP_CONCAT() | Verkettung aller ermittelten Gruppenwerte (MY!) | +--------------------+-------------------------------------------------+ HINWEIS: Je nachdem ob eine Spalte NULL-Werte enthält oder nicht gilt: COUNT(*) = COUNT() # Keine NULL-Werte in COUNT(*) > COUNT() # Mind. ein NULL-Wert in Beispiele: CREATE TABLE bestellung ( nr INT, anz INT, preis FLOAT, summe FLOAT, rabatt FLOAT ); INSERT INTO bestellung VALUES (1, 2, 123.45, 2 * 123.45, 10), (2, 5, 10.45, 5 * 10.45, 0), (3, 1, 67.00, 1 * 67.00, 5); SELECT COUNT(name) AS "Artikelanzahl" FROM bestellung; SELECT AVG(preis) AS "Durchschnittspreis" FROM bestellung; SELECT SUM(preis * anz) AS "Gesamtpreis" FROM bestellung; SELECT MIN(preis) AS "Billig", MAX(preis) AS "Teuer" FROM bestellung; Mittels der Klausel GROUP BY lassen sich Datensätze basierend auf GLEICHEN Werten einer oder mehrerer Spalten GRUPPIEREN (zusammenfassen). Über die obigen Aggregatfunktionen entstehen dabei aus den Einzelwerten der ANDEREN Spalten der jeweils zusammengefassten Datensätze Gesamtwerte. Eigenschaften: * Pro UNTERSCHIEDLICHEM Wert einer GROUP BY Spalte entsteht EINE Ergebniszeile * Datensätze mit NULL-Wert in gruppierter Spalte werden (meist) ignoriert * Gruppierte Spaltenwerte aufsteigend (ASC, Std) oder absteigend (DESC) sortierbar * Gesamtzeile bzgl. gruppierter Spalte mit Zusatz "WITH ROLLUP" möglich + Spaltenwert dieses Datensatzes ist "NULL" + Nicht zusammen mit Sortierung verwendbar + NULL nicht in HAVING als Bedingung verwendbar Syntax: SELECT ... FROM ... GROUP BY ... [ASC|DESC] [WITH ROLLUP] ... [FOR UPDATE | LOCK IN SHARE MODE | PROCEDURE (...) | PROCEDURE ANALYSE([[, ]]) ] Beispiele: SELECT SUM(summe) AS "Gesamt" FROM bestellung GROUP BY nr # Std: ASC HAVING Gesamt > 100; SELECT nr, AVG(preis) AS "Durchschnittspreis" FROM artikel GROUP BY nr DESC # Std: ASC HAVING COUNT(nr) > 1; CREATE TABLE verkaeufe ( jahr INT NOT NULL, land VARCHAR(20) NOT NULL, produkt VARCHAR(32) NOT NULL, gewinn INT ); INSERT INTO verkaeufe (yahr, land, produkt, gewinn) VALUES (2009, "Deutschland", "Mixer", 11.3), (2010, "Deutschland", "Mixer", 10.7), (2009, "England", "Mixer", 11.0), (2010, "England", "Mixer", 9.5), (2009, "Frankreich", "Mixer", 12.1), (2010, "Frankreich", "Mixer", 10.2), (2009, "Deutschland", "Toaster", 21.3), (2010, "Deutschland", "Toaster", 20.7), (2009, "England", "Toaster", 21.0), (2010, "England", "Toaster", 19.5), (2009, "Frankreich", "Toaster", 22.1), (2010, "Frankreich", "Toaster", 20.2), (2009, "Deutschland", "Kocher", 1.3), (2010, "Deutschland", "Kocher", 0.7), (2009, "England", "Kocher", 1.0), (2010, "England", "Kocher", 0.5), (2009, "Frankreich", "Kocher", 2.1), (2010, "Frankreich", "Kocher", 0.2); SELECT jahr, SUM(gewinn) FROM verkaeufe GROUP BY jahr; SELECT jahr, SUM(gewinn) FROM verkaeufe GROUP BY jahr WITH ROLLUP; # Gruppen + Gesamt SELECT jahr, land, produkt, SUM(gewinn) FROM verkaeufe GROUP BY jahr ASC, land DESC, produkt ASC; # Mehrere Gruppen SELECT jahr, land, produkt, SUM(gewinn) FROM verkaeufe GROUP BY jahr, land, produkt WITH ROLLUP; # Gruppen + Gesamt SELECT IFNULL(jahr, "ALLE_JAHRE") AS jahr, # Gesamtwert umbenennen IFNULL(land, "ALLE_LÄNDER") AS land, # Gesamtwert umbenennen IFNULL(produkt, "ALLE_PRODUKTE") AS produkt, # Gesamtwert umbenennen SUM(gewinn) FROM verkaeufe GROUP BY jahr, land, produkt WITH ROLLUP; # Gruppen + Gesamt 10) Schlüsselfelder (Keys) und Indices -------------------------------------- Schlüssel und Indices haben zunächst nichts miteinander zu tun: * Ein "Schlüssel" adressiert jeden Datensatz einer Datenbanktabelle EINDEUTIG + Aus einer Spalte oder Kombination mehrerer Spalten gebildet + Benutzt um Beziehungen zwischen Tabellen herzustellen + NUR EIN (primärer) Schlüssel pro Tabelle möglich * Ein "Index" wird für eine Spalte oder Kombination von Spalten angelegt, nach denen häufig gesucht oder sortiert wird + Ähnlich einem Inhaltsverz. zu einem Buch + Beschleunigt Suche nach Datensätzen zum Teil enorm + MEHRERE Indices pro Tabelle möglich * Für die Schlüssel einer Datenbank werden meist Indices erstellt Unterscheidung: * Primärschlüssel + Kennzeichnet JEDEN Datensatz EINDEUTIG (z.B. Abteilungsnummer) + Meist eine (abstrakte) fortlaufende Nummer + Häufig automatisch beim Anlegen eines Datensatzes erzeugt + NUR EIN Primärschlüssel pro Tabelle möglich und notwendig + Das Primärschlüsselfeld darf NIEMALS LEER sein (NOT NULL) + Komplexe Primärschlüssel verlangsamen Datenbank-Operationen (am besten nur eine Spalte vom Typ kleine ganze Zahl verwenden) * Sekundärschlüssel + Kennzeichnet ebenfalls Datensatz eindeutig (z.B. Abteilungsname) + MEHRERE Sekundärschlüssel pro Tabelle möglich + Ein Sekundärschlüsselfeld darf NIEMALS LEER sein (NOT NULL) * Fremdschlüssel + Bezeichnet die Übereinstimmung einer/mehrerer Spalten in einer Tabelle mit der/den Primärschlüsselspalte(n) einer anderen Tabelle ("Verweise") + MEHRERE Fremdschlüssel pro Tabelle möglich + KEINE ZIRKULÄREN Referenzen auf Fremdschlüssel erstellen! + Häufig in "Lookup-Tabelle" verwendet, die 2 oder mehr Tabellen verknüpft + 1:1-Beziehung, 1:N-Beziehung, N:M-Beziehung * Indices + Erleichtern Suche nach Datensätzen vor allem in großen Tabellen + Einfügen, Ändern, Löschen von Datensätzen erfordert Index-Aktualisierung -> Kann viel Zeit kosten + TIPP: Indices großer Tabellen erst NACH dem Füllen anlegen Primärschlüssel erstellen/entfernen (automatisch/muss NOT NULL + UNIQUE sein): * Beim Erzeugen einer Tabelle (1.Form mehrspaltig, 1+2.Form = einspaltig) CREATE TABLE ( CREATE TABLE ( nr INT NOT NULL AUTO_INCREMENT, nr INT AUTO_INCREMENT PRIMARY KEY, ..., ..., PRIMARY KEY (nr) ... ); ); * Nachträglich erzeugen - Nur möglich, wenn Spalte "nr" NOT NULL + UNIQUE (KEINE doppelten Werte)! ALTER TABLE pers ADD PRIMARY KEY (nr); CREATE PRIMARY KEY ON pers (nr); # FALSCH! -> ALTER TABLE! * Löschen ALTER TABLE DROP PRIMARY KEY; Sekundärschlüssel erstellen/entfernen: * Beim Erzeugen einer Tabelle CREATE TABLE pers ( nr INT NOT NULL AUTO_INCREMENT, name CHAR(30) NOT NULL, vorname CHAR(30) NOT NULL, PRIMARY KEY (nr), UNIQUE INDEX idx1 (name, vorname) # oder nur UNIQUE ohne INDEX ); * Nachträglich erzeugen - Nur möglich, wenn Spalte "nr" UNIQUE (KEINE doppelten Werte enthält!), NULL-Werte sind erlaubt ALTER TABLE pers ADD UNIQUE INDEX idx1 (name, vorname); # INDEX weglassbar CREATE UNIQUE INDEX idx1 ON pers (name, vorname); * Löschen ALTER TABLE pers DROP INDEX idx1; # immer nur INDEX (ohne UNIQUE, ...) Index erstellen: * Allgemeine Syntax: CREATE [UNIQUE | FULLTEXT | SPATIAL] INDEX [USING {BTREE | HASH | RTREE}] ON ( [()] [ASC | DESC], ...); + Indexname nur nötig, um Index gezielt löschen zu können -> MUSS pro Tabelle eindeutig sein + Index-Art wählbar (UNIQUE, FULLTEXT, SPATIAL) CREATE [UNIQUE | FULLTEXT | SPATIAL] INDEX ...; + Indexsortierung wählbar (in MySQL derzeit ignoriert, Std: ASC) ... ON ( ASC, DESC, ...); + Für Index benutzte Spaltenpräfix-Länge wählbar ... ON ((), (), ...); + Index-Typ wählbar (BTREE, HASH, RTREE) - MyISAM: BTREE, RTREE - InnoDB: BTREE - MEMORY: BTREE, HASH - NDB: BTREE, HASH CREATE INDEX [USING {BTREE | HASH | RTREE}] ...; * Beim Erzeugen einer Tabelle CREATE TABLE ( nr INT NOT NULL, vorname CHAR(30) NOT NULL, name CHAR(30) NOT NULL, ..., INDEX idx1 (nr), INDEX idx2 (name, vorname) ); * Nachträglich erzeugen CREATE INDEX ON (, ...); ALTER TABLE CREATE INDEX (, ...); * Löschen DROP INDEX ON ; ALTER TABLE DROP INDEX ; * Index aktivieren/deaktivieren ALTER TABLE DISABLE KEYS; # Alle non-unique Indices abschalten ALTER TABLE ENABLE KEYS; # Alle non-unique Indices wieder aufbauen ALTER INDEX ACTIVE; # In MySQL NICHT möglich (MY!) ALTER INDEX INACTIVE; # In MySQL NICHT möglich (MY!) * Indices einer Tabelle anzeigen lassen (mit Kardinalitätswert N/S) SHOW INDEX FROM ; * Indices einer Datenbank anzeigen lassen (NICHT unter MySQL, MY!) SHOW INDICES; FULLTEXT-Index: * Nur bei Engine "MyISAM" möglich! * Nur auf Spaltentypen CHAR, VARCHAR, TEXT möglich * Suche nach einzelnen Worten und beliebig langen Texten möglich * Nach bestimmten "Stopwords" wir NICHT gesucht (z.B. and, or, ...) * Suche NICHT mit LIKE/REGEX möglich * Spezielle Suchsyntax: MATCH (, ...) AGAINST ("" []) mit IN BOOLEAN MODE # Syntax +xxx -yyy ... IN NATURAL LANGUAGE MODE # Ab MY!5.1.7 IN NATURAL LANGUAGE MODE WITH QUERY EXPANSION # Ab MY!5.1.7 WITH QUERY EXPANSION # SPATIAL-Index: * Nur bei Engine "MyISAM" möglich! * Nur auf Geometrie-Spaltentypen möglich * Basiert auf dem OpenGIS Geometrie-Modell Hinweise: * Nur 1 PRIMARY Index pro Tabelle erlaubt (automatisch UNIQUE + NOT NULL, mehr als 1 Spalte erlaubt) + Primärschlüssel einer Tabelle ist automatisch auch ein Index + Darf mehr als 1 Spalte enthalten! + Kann keinen NULL-Wert enthalten! * Mehrere UNIQUE Indices anlegbar + NULL-Werte darin erlaubt * Index auch auf Spaltenpräfix beschränkbar (z.B. name(5), vorname(5)) (nicht auf Suffix -> TRICK: Daten mit REVERSE() umgedreht speichern) * Tabelleninhalt wird durch Indices nicht verändert * Indices belegen zusätzlichen Speicherplatz * Indices enthalten KEINE zusätzlichen Daten, sondern erlauben nur schnelleren Lese-Zugriff auf bestimmte Tabellen + Indices sind daher jederzeit löschbar und aus den Tabellendaten wieder herstellbar + Nur Abfragen über indizierte Spalten gehen schneller, andere nicht * Beim Erzeugen + Ändern von Datensätzen kosten Indices zusätzlichen Aufwand, da jeder Schreibvorgang auf Datensätzen die Indices mitpflegen muss - Während nachträglicher Index-Erzeugung ist Tabelle für Schreiben gesperrt! * Indices zur Abarbeitung von SELECT und JOIN-Anweisungen verwendet * Datenbank sucht zu jeder Abfrage SELBSTÄNDIG sinnvoll einzusetzende Indices (mit Hilfe des "Query Optimizer") * Tabellen/Indices enthalten Informationen über Spezifität und statistische Verteilung der indizierten Daten (Histogramm) + Bsp: Ein Index auf Spalte "Geschlecht" ist wenig nützlich, da immer etwa auf die Hälfte der Daten zugegriffen wird + Bsp: Ein Index auf Spalte "nr" ist sehr nützlich (da eindeutig) * Index kann eine/mehrere Spalten einer Tabelle umfassen ("Composite Index") + Umfasst er mehrere Spalten, dann sind alle Spalten-Kombinationen von links nach rechts ebenfalls enthalten (Präfixe) + Dieser mehrspaltige Index kann immer dann genutzt werden, wenn ALLE Spalten von links nach rechts in WHERE-Klausel vorkommen + Beispiel: CREATE INDEX multi ON adresse (name, vorname, strasse); Folgende Abfragen nutzen diesen Index: SELECT * FROM adresse WHERE name LIKE "A%"; SELECT * FROM adresse WHERE name LIKE "A%" AND vorname LIKE "B%" SELECT * FROM adresse WHERE name LIKE "A%" AND vorname LIKE "B%" AND strasse LIKE "C%"; Folgende Abfragen können diesen Index NICHT nutzen: SELECT * FROM adresse WHERE vorname LIKE "B%"; SELECT * FROM adresse WHERE strasse LIKE "B%"; SELECT * FROM adresse WHERE vorname LIKE "B%" AND strasse LIKE "C%"; * Werden nur Daten-Spalten gelesen, die in EINEM Index enthalten sind, dann KEIN Tabellenzugriff notwendig (Index enthält bereits alle Daten) * Index enthält "Zeiger" auf passende Datensätze in sortierter Reihenfolge * Index bei folgenden Vergleichen verwendbar: <=> # NULL-sicheres "=" = # Gleich < # Kleiner <= # Kleiner oder gleich > # Größer >= # Größer oder gleich LIKE "abc%" # Platzhalter "%" hinten LIKE "abc__" # Platzhalter "_" hinten BETWEEN AND * KEIN Index bei folgenden Vergleichen verwendbar: != # Ungleich <> # Ungleich LIKE "%abc" # Platzhalter "%" vorne LIKE "__abc" # Platzhalter "_" vorne RLIKE "abc" bzw. REGEX "abc" # Regulärer Ausdruck * Werden mehrere Bedingungen per AND/OR verknüpft, dann wird meist der Index zu den Spalten einer Bedingung verwendet, der am SPEZIFISCHSTEN ist, d.h. die wenigsten Datensätze selektiert. Diese Datensätze werden alle gelesen und die restlichen Bedingungen dagegen geprüft * Index auch bei Sortierung ORDER BY und Gruppierung GROUP BY verwendbar * Schlüsselworte "KEY" und "INDEX" sind synonym 11) Index-Optimierung --------------------- Richtlinien für das Erstellen von Indices: * Primär-, Sekundär- und Fremdschlüssel erhalten automatisch einen Index + PRIMARY KEY so kurz wie möglich und eindeutig + Nur im absoluten Ausnahmefall keinen Primärschlüssel definieren (Datensätze sind dann nicht eindeutig identifizierbar) * Spalten mit wenigen unterschiedlichen Werten (z.B. Anrede, Geschlecht) bringen mit Index KEINEN Geschwindigkeitsgewinn (Kardinalität gering) * Indices auf Tab. mit wenig Datensätzen (<=12) bringen KEINEN Geschw.gewinn * Mehr als 10% Datensätze einer Tab. ständig gelesen -> Index nicht sinnvoll * Indices auf Tabellen einsetzen, die oft gefiltert/gruppiert/sortiert werden * Zwei Indices notwendig für auf- + absteigendes Sortieren (ASC, DESC) * Sortierkriterium an letzter Stelle im Index -> (teuren) Filesort sparen * Aggregatfunktionen nutzen keinen Index (da alle Datensätze durchlaufen werden) (COUNT, SUM, MIN, MAX, AVG, STDDEV, ...) * Ohne Indices wäre immer ein "Full Table Scan" notwendig + Beim (fast) vollständigen Durchlesen einer Tabelle KEINEN Index benutzen! -> Evtl. Cursor, Handler besser * MySQL: Datensätze und Indices IMMER in getrennten Dateien (InnoDB?) + Kostet zusätzlichen READ bei Zugriff Index -> Daten + Evtl. "Full Table Scan" schneller -> Index lesen unnötig + Evtl. Index-Tabelle ausreichend -> Daten lesen unnötig + Weniger Platz für Datensätze mit gleichem Index nötig + Delete-Operationen "degenerieren" Tabelle nicht + Caching getrennt möglich * Nur unbedingt notwendige Indices nutzen (Schreibperformance sonst schlecht) * Am häufigsten benutzte Spalten(kombination) indizieren + Mehrere Spalten nach abnehmender Häufigkeit sortieren + Zusammengesetzter Index nutzbar in mehreren Fälle: 1.Sp, 1+2.Sp, ... + Spalte mit mehr doppelten Werten vorne (Kardinalität) * Nur ausreichend lange Präfixe indizieren (Platz, Hits) + Für BLOB/TEXT ein MUSS! + Kardinalität reduziert + REVERSE verwenden, falls Anfang statisch Eigenschaften von Indices: * Automatisch Präfix- und Längen-komprimiert (MY!) * MySQL verwendet pro Tabelle in einer Query maximal EINEN Index, und zwar den mit der kleineren Treffermenge -> evtl. mehrspaltiger Index sinnvoll! * Normalerweise verwendet: Index mit kleinster Anzahl passender Datensätze Indices werden verwendet für: * Datensätze gemäß WHERE-Klausel * Datensätze weglassen * Doppelte Einträge rauswerfen (DISTINCT) * Joins: Typ und Länge müssen gleich sein (Konvertierung verhindert Index!) * MIN/MAX für bestimmte Spalte * ORDER BY/GROUP BY falls ausgeführt auf Präfix eines Index * Daten + Bedingung durch Index befriedigt und numerisch * Bei = > >= < <= BETWEEN LIKE (mit fixem Präfix) * IS NULL wenn Index auf * Index muss in jeder AND-Gruppe der WHERE-Klausel verwendbar sein (kann auch 1-elementig ohne AND sein!) * Bei Verwendung von LIMIT Indices werden NICHT verwendet für: * Leseoperationen, die großen Prozentsatz einer Tabelle lesen * OR auf Spalten in verschiedenen Indices -> IN, UNION [ALL]! Verschiedene Indexverfahren möglich (MY!): * B-Tree: Fast immer möglich * R-Tree: Für geometrische Daten * Hash: Bei MEMORY-Tabellen + Einschränkung des Hash-Index - NUR für = und <=> - Nicht für != <> < <= > >= verwendbar - Nicht für ORDER BY und GROUP BY - Nur ganze Indices, keine Präfixe Hinweis für Indexnutzung (Index-Hint) in SELECT-Anweisungen pro Tabelle (MY!): * USE INDEX = NUR diese Indices benutzen ("Full Table Scan" möglich) FORCE INDEX = Analog USE INDEX ("Full Table Scan" NUR wenn nicht anders möglich) IGNORE INDEX = Diese Indices NICHT benutzen * Name des Primären Index ist "PRIMARY" * USE INDEX Liste darf auch leer sein -> keine Indices benutzen * Fehlt FOR ..., dann für alle 3 Fälle (JOIN, ORDER BY, GROUP BY) gültig +---------------------------------------------------------------+ | USE INDEX [FOR {JOIN | ORDER BY | GROUP BY}] (, ...) | | FORCE INDEX [FOR {JOIN | ORDER BY | GROUP BY}] (, ...) | | IGNORE INDEX [FOR {JOIN | ORDER BY | GROUP BY}] (, ...) | +---------------------------------------------------------------+ Beispiel: SELECT * FROM table1 USE INDEX (idx1, idx2) WHERE col1 = 1 AND col2 = 2 AND col3 = 3; SELECT * FROM table1 IGNORE INDEX (idx3) WHERE col1 = 1 AND col2 = 2 AND col3 = 3; SELECT * FROM t1 USE INDEX (i1) IGNORE INDEX FOR ORDER BY (i2), t2 FORCE INDEX (i3), WHERE t1.id = t2.id ORDER BY a; Müssen Indices reorganisiert werden? * JA: Nach dem Laden von Daten Cardinality = Durchschnittliche Datensatzanzahl mit gleichem Wert berechnen OPTIMIZE TABLE ; ANALYZE TABLE ; myisamchk --analyze / -a SHOW INDEX FROM ; myisamchk --description --verbose * Evtl. Index UND Daten gemäß einem Index sortieren (für sortierten Zugriff auf alle Daten gemäß UNIQUE Index) (kann beim 1. Mal sehr lange dauern) myisamchk --sort-index / -S # Indices sortieren myisamchk --sort-records=N / -R N # Gemäß Index N sortieren 12) Fremdschlüssel (Foreign Keys) und Referenzielle Integrität -------------------------------------------------------------- Grund für Foreign Keys: * Dokumentieren Beziehungen zwischen Tabellen (Master/Detail, Vater/Kind) * Verhindern Einfügen von Inkonsistenzen in DB durch Programmierer + "Referenzielle Integrität" erhalten + Reihenfolge von Einfüge/Änderungs/Löschoperationen nicht zu beachten (verhindert "verwaiste Kinder" = orphaned childs) + Fehlerbehandlung bei Unterbrechung * Zentrale Constraint-Prüfung (in Anwendung verzichtbar + einheitlich) * Kaskadierende UPDATEs/DELETEs vereinfachen Anwendungscode In einer Datenbank werden die Zusammenhänge zwischen den Tabellen in Form einer Beziehung zwischen Primär- und Fremdschlüsseln abgelegt: * Beim Löschen/Ändern eines Datensatzes aus einer (Eltern)Tabelle werden alle damit über den gleichen Fremdschlüssel verknüpften Datensätze in den zugeh. (Kind)Tabellen ebenfalls AUTOMATISCH von der Datenbank gelöscht/geändert * Beim Einfügen eines Datensatzes in eine (Kind)Tabelle mit Fremdschlüssel prüft das Datenbanksystem, ob eine Entsprechung in der referenzierten (Eltern)Tabelle vorhanden ist. Wenn nein, wird Fehlermeldung ausgegeben und Datensatz nicht eingefügt Eigenschaften: * Grundsätzlich bei Tabellendefinition angebbar + Bei allen Engines außer "InnoDB" syntaktischer Zucker (reine Doku) + Nur bei "InnoDB" gespeichert + Speicherung und Implementierung für "MyISAM" geplant + Erst in MY!6.0 einheitlich über alle Engines möglich * Workaround falls nur ON DELETE nötig: + Multi-Table DELETE * Erzeugen zusätzlichen Overhead + Performance: Besser selber machen oder an DB delegieren? Hängt von Anwendung ab (1x implementieren statt mehrmals) * Restore individueller Tabellen von Backup erschwert -> Foreign Keys + Constraints + Trigger temporär abschalten! Bedingungen: * Datentyp und Datengröße korrespondierender Spalten MUSS identisch sein! (bei CHAR/VARCHAR darf Länge verschieden sein) * Auf korrespondierenden Spalten muss ein Index liegen * Verknüpfte Spalten müssen NOT NULL sein und UNIQUE Index haben (wird aber nicht erzwungen) * Bei temporären Tabellen NICHT erlaubt Erzeugen einer Tabelle mit Fremdschlüsseln: CREATE TABLE ( ma_id INT NOT NULL, pr_id INT NOT NULL, ..., FOREIGN KEY (ma_id) REFERENCES mitarbeiter (id) ON UPDATE CASCADE ON DELETE CASCADE, FOREIGN KEY (pr_id) REFERENCES projekt (id) ON UPDATE CASCADE ON DELETE CASCADE ) ENGINE = "InnoDB"; # Engine = InnoDB (TYPE veraltet!) Fremdschlüssel nachträglich erzeugen (nur möglich, wenn verknüpfte Spalten NOT NULL sind und KEINE doppelten Werte enthalten): * MATCH-Klauseln werden derzeit noch ignoriert (immer SIMPLE), sie definieren die Behandlung von NULL-Werten in mehrspaltigen Fremdschlüsseln beim Vergleich mit dem Primärschlüssel MATCH SIMPLE # Mehrsp. Fremdschl. darf teilw. oder ganz NULL sein (Std) MATCH PARTIAL # Mehrsp. Fremdschl. darf nicht vollständig NULL sein MATCH FULL # Mehrsp. Fremdschl. muss vollständig ungleich NULL sein * Verhalten beim Einfügen/Löschen steuern: ON DELETE ... # Beim Löschen von Zeilen in Elterntabelle ON UPDATE ... # Beim Ändern von Zeilen in Elterntabelle * Referenz-Optionen (Std: Anweisung wird abgebrochen) NO ACTION # Abbruch der Änderung in Elterntabelle (Std) RESTRICT # (analog NO ACTION) CASCADE # Löschen/Aktualisieren transitiv auf Kindtabelle ausdehnen SET NULL # Ref. Spalten in Kindtab. auf NULL setzen SET DEFAULT # Ref. Spalten in Kindtab. auf Default setzen (nicht MY!) ALTER TABLE ADD [CONSTRAINT ] # Kindtabelle FOREIGN KEY # Spalte in Kindtabelle REFERENCES (, ...) ...; # Spalten in Elterntabelle [MATCH ] # Match-Klausel: Weglassen! [ON UPDATE ] # Std: NO ACTION [ON DELETE ]; # Std: NO ACTION Foreign-Keys löschen: ALTER TABLE DROP FOREIGN KEY ; Foreign Keys anzeigen: SHOW CREATE TABLE ; SHOW TABLE STATUS FROM LIKE ; Foreign-Keys überprüfen vor Datenladen aus und danach wieder einschalten: SET foreign_key_checks = 0; SOURCE ; # kein "..." um ! SET foreign_key_checks = 1; 13) Joins --------- Ein Join ist eine Verknüpfung von zwei Tabellen zu einer Gesamttabelle über eine Abhängigkeit zwischen den Tabellen (Primärschlüssel + Fremdschlüssel). MySQL unterstützt folgende JOIN-Arten: +--------------+-------------------------------------------------------------+ | [CROSS] JOIN | Kombination aller Datensätze der 1. Tabelle mit allen | | | der 2. Tabelle ("Kreuzprodukt", "Karthesisches Produkt") | | | (andere Schreibweise: , ). | +--------------+-------------------------------------------------------------+ | [INNER] JOIN | Komb. der Datensätze der 1. Tab. mit dazu passenden der 2. | | | Tab. bzgl. einer/mehrerer Spalten. Datensätze beider Tab. | | | weglassen, deren Wert in Komb.spalte nicht gemeinsam vork. | +--------------+--------------+----------------------------------------------+ | {LEFT | RIGHT} [OUTER] JOIN | Analog INNER JOIN, aber JEDER Datensatz aus | | | LEFT=linker bzw. RIGHT=rechter Tabelle im | | | Ergebnis vorhanden (and. Teil evtl. NULL...) | +--------------+--------------+---------+------------------------------------+ | NATURAL [{LEFT | RIGHT} [OUTER]] JOIN | Autom. Verknüpf. über ALLE gemeins.| | | Spaltennamen (USING ... unnötig) | +-------------------+-------------------+------------------------------------+ | FULL [OUTER] JOIN | Komb. aus LEFT + RIGHT JOIN, d.h. jeder Datensatz der | | | linken + rechten Tabelle mind. 1x im Ergebnis vorhanden| | | (erst ab MY!5.1 verfügbar!) | +---------------+---+--------------------------------------------------------+ | STRAIGHT_JOIN | MySQL-Optimierung ignorieren und Daten benutzergesteuert in| | | Reihenfolge der JOINs in FROM-Clause zusammenfügen (MY!) | | | (linke Tabelle wird immer zuerst VOR rechter Tab. gelesen),| | | entspricht JOIN (d.h "Kreuzprodukt") | +---------------+------------------------------------------------------------+ Hinweise: * Die Schlüsselworte CROSS, INNER und OUTER dürfen weggelassen werden (aus Gründen der klareren Programmierung aber besser verwenden!) * RIGHT-Join wird in LEFT-Join umgewandelt durch Vertauschen der Seiten (MY!) * RIGHT-Join aus Portabilitätsgründen besser als LEFT-Join formulieren (MY!) Weitere Begriffe | Begriff | Bedeutung | +------------+---------------------------------------------------------------+ | Self-Join | Verknüpfung einer Tabelle mit sich selbst (rekursiv) | | Equi-Join | Verknüpfung über "="-Relation | | Theta-Join | Verknüpfung über and. Relation als "=" (!= <> < <= > >=) | | Semi-Join | Analog Natural Join, dann Reduktion auf Spalten der 1. Tab. | +------------+---------------------------------------------------------------+ Syntax: = [, ] ... = | = [[AS] ] []] | [AS] | () | {OJ LEFT OUTER JOIN # ODBC-Syntax, {...} hinschreiben ON } = [INNER | CROSS] JOIN [] | STRAIGHT_JOIN [ON ] | {LEFT | RIGHT} [OUTER] JOIN | NATURAL [{LEFT | RIGHT} [OUTER]] JOIN = ON | USING (, ...) = USE {INDEX | KEY} [FOR JOIN] (, ...) | FORCE {INDEX | KEY} [FOR JOIN] (, ...) | IGNORE {INDEX | KEY} [FOR JOIN] (, ...) Beispiele: SELECT a.name, a.preis, h.name FROM artikel a INNER JOIN hersteller h ON a.name = h.name # Spalten verschiedennamig WHERE a.preis > 200; SELECT a.name, h.name FROM artikel a LEFT OUTER JOIN hersteller h USING (name); # Spalten gleichnamig 14) Mengenoperationen --------------------- Mengenoperationen erlauben die Verknüpfung von zwei oder mehr Selektionen (Tabellen) zu einer Gesamtselektion: | Mengenoperation | Bedeutung | +------------------+---------------------------------------------------------+ | UNION [DISTINCT] | Vereinigung (Std: doppelte Datensätze weglassen) | | UNION ALL | Vereinigung (inkl. doppelte Datensätze) | | INTERSECT | Durchschnitt = gemeinsame Datensätze (NICHT vorh., MY!) | | EXCEPT/MINUS | Differenz = 1. minus 2. Selektion (NICHT vorh., MY!) | +------------------+---------------------------------------------------------+ Eigenschaften: * Spaltenanzahl der verknüpften Selektionen muss gleich sein * Datentypen der Spalten müssen paarweise kompatibel sein + Zeichenkette + Zahl + Datum + Zeit + ... * Spaltennamen des Ergebnisses = Spaltennamen der ersten Selektion * Doppelte Datensätze werden standardmäßig weggelassen (Menge!), außer UNION ALL wird verwendet (DISTINCT ist Standard) * Sortierung der Daten wird zerstört (Gesamtergebnis sortieren geht!) Beispiel: SELECT name, vorname FROM pers # Selektion 1 UNION SELECT name, vorname FROM copy; # Selektion 2 15) Unterabfragen (Subqueries/Subselect) ---------------------------------------- Eigenschaften: * SELECT-Statement eingebettet ("nested") in anderem Statement * Seit MY!4.01 alles gemäß SQL-Standard erlaubt + einige Erweiterungen * IMMER in Klammern (...) zu setzen! * Verschachtelungstiefe beliebig * Ganz außen muss SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE stehen * Tabelle kann nicht gleichzeitig modifiziert und gelesen werden * Als Ersatz für JOINs und UNIONs einsetzbar * Vorsicht bei NULL-Werten und Empty Tables! Syntax: # ---- outer query ---- --- inner query --- SELECT * FROM t1 WHERE col1 = (SELECT col1 FROM t2); SELECT * FROM t1 a WHERE a.col1 = (SELECT b.col1 FROM t2 b); SELECT * FROM t1 WHERE t1.col1 = (SELECT t2.col1 FROM t2); # -- outer statement -- ----- subquery ---- Ergebnis einer Subquery kann sein: * EIN Skalar (einzelner Wert): = () <> () > () < () >= () <= () * EINE Datenzeile (ROW-Subquery mit "Row Constructor"): ("wert1", "wert2", ...) = () ROW("wert1", "wert2", ...) = () EXISTS () # Wahr, wenn mind. 1 Datenzeile zurück NOT EXISTS () # Wahr, wenn keine einzige Datenzeile zurück * EINE Datenspalte (Synonym für ALL ist SOME): ... = ANY () # Mind. EIN Wert aus gleich ... <> ANY () # Mind. EIN Wert aus ungleich ... > ANY () # Mind. EIN Wert aus kleiner ... < ANY () # Mind. EIN Wert aus größer ... <= ANY () # Mind. EIN Wert aus kleiner gleich ... >= ANY () # Mind. EIN Wert aus größer gleich ... IN () # Entspricht "= ANY" ... = ALL () # ALLE Werte aus gleich ... <> ALL () # ALLE Werte aus ungleich ... > ALL () # ALLE Werte aus größer ... < ALL () # ALLE Werte aus kleiner ... <= ALL () # ALLE Werte aus kleiner gleich ... >= ALL () # ALLE Werte aus größer gleich ... NOT IN () # Entspricht "<> ALL" * EINE Tabelle (mehrere Datensätze mit mehreren Datenspalten) ... JOIN... () AS ... # Verbundanweisung (beliebigen Typs) Row Constructor: ("tom", 2) = (SELECT sp1, sp2 FROM t3 WHERE ...) # Syntax 1 ROW("tom", 2) = (SELECT sp1, sp2 FROM t3 WHERE ...) # Syntax 2 Fast identisch (bzw. ganz identisch bei UNIQUE Index Spalte in WHERE ...) mit: "tom" = (SELECT sp1 FROM t3 WHERE ...) AND 2 = (SELECT sp2 FROM t3 WHERE ...) Beispiel: SELECT name, geburtsdatum FROM pers, age WHERE geburtsdatum = (SELECT MAX(geburtsdatum) FROM age) AND pers.nr = age.nr; SELECT name, geburtsdatum FROM pers, age WHERE geburtsdatum >= ALL (SELECT geburtsdatum FROM age) AND pers.nr = age.nr; SELECT name, preis FROM artikel WHERE preis = (SELECT MIN(preis) FROM artikel) OR preis = (SELECT MAX(preis) FROM artikel); SELECT name, preis FROM artikel WHERE preis <= ANY (SELECT preis FROM artikel); DELETE FROM t1 WHERE s11 > ANY (SELECT COUNT(*) FROM t2 # Subquery 1 WHERE NOT EXISTS (SELECT * FROM t3 # Subquery 2 WHERE ROW(5 * t2.s1, 77) = (SELECT 50, 11 * s1 FROM t4 # Subquery 3 UNION SELECT 50, 77 FROM # Subquery 4 (SELECT * FROM t5) AS t5))); # Subquery 5 16) Transaktionen ----------------- Ein DBMS soll die Datenkonsistenz sichern bei: * Gleichzeitigem (Schreib)Zugriff mehrerer Benutzer * MySQL-Server-Absturz (Stromausfall) * Hardwaredefekten * Programmierfehlern * Netzwerkfehlern (Verbindungsabbruch) * Zugriffsrechte-Problemen Transaktion (TA) = Gruppe von zusammengehörenden SQL-Anweisungen A) Entweder gemeinsam VOLLSTÄNDIG ausgeführt B) Oder GAR NICHT ausgeführt (in Ausgangszustand zurückversetzt) + Bei Widerspruch + Bei Fehler + Bei Zugriffsverletzung Nachteil: Längere Ausführungszeit, gegenseitige Behinderung Zur Auflösung von Deadlocks (Über-Kreuz-Exklusiv-Zugriffen) ACID-Eigenschaften einer Transaktion: +--------------+-----------------------------------------------------------+ | A)tomicity | Komplett oder gar nicht | | C)onsistency | DB danach konsistent (nicht unbedingt während!) | | I)solation | Gleichzeitig ablaufende Transakt. beeinflussen sich nicht | | D)urability | Ergebnis erfolgreicher Transakti. steht dauerhaft in DB | +--------------+-----------------------------------------------------------+ Transaktionen über mehrere SQL-Statements: * NUR mit Engines "InnoDB" + "BDB" (MY!) * Bei allen anderen Engines ist jedes einzelne SQL-Statement eine TA (sofern der MySQL-Server nicht abstürzt) * Mit "MyISAM" nur Locken kompletter Tabellen möglich (LOCK/UNLOCK) * Tabellenformat pro Tabelle wählbar -> Optimale Kombination auswählen * TA-Locking-Verhalten + InnoDB: Row-Level + BDB: Page-Level (evtl. mehrere "benachbarte" Rows auch gesperrt) Standardmäßig ist bei MySQL "Autocommit"-Modus eingeschaltet (MY!): * D.h. JEDE Anweisung für sich stellt Transaktion dar * Startet eine Transaktion mit "BEGIN", wird Autocommit-Modus abgeschalten (d.h. COMMIT/ROLLBACK zum Abschluss/Abbruch der Transaktion notwendig) * Deaktivieren sorgt dafür, dass "BEGIN" nicht mehr notwendig ist und alles bis zum nächsten "COMMIT/ROLLBACK" automatisch eine Transaktion darstellt * Ändern des Autocommit-Modus durch: SET AUTOCOMMIT = 1; # Std: Jede Aktion ist TA, BEGIN startet TA bis COMMIT SET AUTOCOMMIT = 0; # Ständig TA offen, COMMIT/ROLLBACK beendet+startet neue Transaktionen manuell einleiten und mit COMMIT abschließen bzw. mit ROLLBACK abbrechen (AUTOCOMMIT von BEGIN automatisch deaktiviert): BEGIN [WORK]; BEGIN [WORK]; # TA beginnen ... ... SAVEPOINT